Ungeliebten Stiefvater in Bredouille gebracht. Mit erfundenen Prügel- und Würgeattacken versuchte eine 14-jährige Schülerin, den verhassten Stiefvater loszuwerden.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 31. Oktober 2016 (08:06)
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Symbolbild

Immer wieder, in einem Zeitraum von mehr als drei Jahren, habe sie der Stiefvater misshandelt, geschlagen und gewürgt, gab eine 14-jährige Schülerin aus dem Bezirk Korneuburg bei der Polizei zu Protokoll. Der beschuldigte Weinviertler (42) wanderte wegen fortgesetzter Gewalt auf die Anklagebank.

„Meine Tochter respektiert weder mich noch ihn“

Der 42-Jährige beteuert vor Gericht seine Unschuld und räumt lediglich einige „Tachteln“ gegen den Hinterkopf des rebellierenden und aufsässigen Teenagers ein. Schützenhilfe bekommt er von der Ehefrau (42) und Kindesmutter: „Wir sind eine Patchworkfamilie. Meine Tochter lässt sich nichts sagen und hält sich auch an keine Regeln. Sie ist halt in der Pubertät und provoziert häufig Streit. Sie respektiert weder mich noch ihn“, schildert sie seufzend.

Sie versichert, ihr Mann habe das Kind bei Auseinandersetzungen nie ins Gesicht geschlagen oder gar am Hals gepackt und gewürgt. Die Tochter habe mehrfach geäußert, sie wolle den ungeliebten Stiefvater loswerden, erzählt die Mutter.

Die Schülerin bleibt bei den schweren Vorwürfen und es steht Aussage gegen Aussage. Richter Manfred Hohencker holt ein psychologisches Gutachten ein: Der Experte befindet, dass die Pubertierende zu Übertreibungen neige. Damit werden Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Teenagers laut.

Der Richter stellt das Verfahren mit einer zweijährigen Probezeit gegen den Weinviertler ein. Er erteilt die Weisung, dass die Familie sozialpädagogische Unterstützung und intensive Betreuung im Haushalt für sechs Monate zulassen muss.