Wienerlied-Festival: Musizieren auf der Säge. Im Rahmen des Viertelfestivals wurde das frühere Gasthaus Gratzl in Ringendorf mit einem tollen Wienerlied-Festival aus dem Dornröschenschlaf geweckt.

Von Dieter Rathauscher. Erstellt am 17. Juni 2017 (05:00)
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Heinz Ditsch, Paul Skrepek und Wolfgang Vincenz Wizlsperger bilden das berühmte „Kollegium Kalksburg“.

Etwas zögerlich, mit vielleicht 70 Besuchern, startete am Freitag das Wienerlied-Festival im ehemaligen Gasthof Gratzl. Aber am Samstag war dann der Hof voll mit begeisterten Anhängern der Gruppen „Die Strottern“ und „Kollegium Kalksburg“.

Rudolf Gratzl – die auftretenden Musiker und Freunde nennen ihn Rudi – konnte sehr zufrieden sein. Seine Idee eines Wienerlied-Festivals ging voll auf. Das Ambiente des sehr gut in Schuss gehaltenen Gebäudes trug seinen Teil zur guten Stimmung bei. Hier kann man sich nur wohlfühlen. Im überdachten Teil des Hofs waren Tische mit Bänken aufgestellt, im offenen Bereich Stühle. Es gab ein Buffet und die Besucher konnten sich locker bewegen.

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Klemens Lendl und David Müller sind „Die Strottern“.

Mit den „Malat Schrammeln“ und den „Neuen Wiener Concert Schrammeln“ wurde am Freitag eher der traditionelle Zugang präsentiert, während es am Samstag zunehmend in die skurrile Abteilung des Wienerlieds ging. Am Sonntag kam mit Agnes Palmisano und „Wiener Blond“ die Jugend zu Wort.

Bei den Strottern orientiert sich die Musik großteils an der Tradition, allerdings zupft und schlägt Klemens Lendl seine Geige öfter, als dass er sie streicht. Ohne mehrere Zugaben ließ das Publikum die beiden nicht gehen.

Beim Kollegium Kalksburg ging es dann ans Eingemachte: Auch oft mit altbekannten Melodien, aber neuen, meist bösartigen Texten hatten sie die Lacher auf ihrer Seite. Highlight war sicher die singende Säge, virtuos gespielt von Heinz Ditsch.