Ist Rübenanbau bald Geschichte?. Landwirt Gerhard Teufelhart aus Roseldorf sieht die Zukunft des Anbaus sehr skeptisch.

Von Dieter Rathauscher. Erstellt am 17. September 2020 (04:53)
Magdalena und Julia mit ihrem Vater Gerhard Teufelhart am Feld.
Rathauscher

Gerhard Teufelhart ist der letzte Landwirte in Roseldorf und auch einer der allerletzten in Großmugl, der noch Zuckerrüben anbaut. Er äußert sich kritisch zu den Einschränkungen bei der Schädlingsbekämpfung.

Bei der Besichtigung eines Feldes mit Zuckerrüben, bei der Teufelhart auch seine beiden Töchter Magdalena und Julia mitgenommen hatte, zeigte er eine von Käferlarven durchlöcherte Rübe. Und dann stieß es verbittert aus ihm heraus: „Rübenköniginnen werden meine beiden Töchter nicht mehr werden. Wenn es so weitergeht, wird der Rübenanbau bei uns bald ganz der Vergangenheit angehören.“ Dabei seien die Böden im Weinviertel prädestiniert für den Rübenanbau. Früher hat jeder Betrieb in Großmugl Zucker angebaut, aber die zugelassenen Insektizide sind gegen den Rübenderbrüssler praktisch wirkungslos.

Mit dem Rückgang bei der Rübenernte erwägt die Agrana bereits die Schließung seiner Fabrik in Leopoldsdorf. Teufelhart verweist auf den Eigendeckungsgrat bei Zucker von 120 Prozent, der aber, wenn die Agrana tatsächlich in Leopoldsdorf schließt, auf 70 Prozent zurückfällt: „Dann importieren wir Zucker aus Ländern, wo sich niemand um Umweltauflagen schert. Die verwenden Spritzmittel, die bei uns verboten sind. Dabei gäbe es verträgliche Schutzmittel gegen den Befall von Rübenderbrüsslern.“