Korneuburg: Zu früh für Entwarnung. Die Corona-Zahlen Ende letzter Woche hätten eigentlich für eine Gelbschaltung gesprochen. Doch mittlerweile ist wieder ein leichter Aufwärtstrend bemerkbar.

Von Veronika Löwenstein. Erstellt am 13. Januar 2021 (12:16)
Corona-Ampel
Shutterstock/Mongolka

Die Corona-Ampel bleibt auf Rot. Dabei hätte der Bezirk Korneuburg – so wie fünf weitere Bezirke in Niederösterreich – gute Chancen gehabt, auf Gelb geschaltet zu werden. Bei 83,3 lag der 7-Tages-Inzidenz-Wert letzten Freitag, was gemäß der Richtlinien der Ampel-Kommission eine Orangeschaltung gerechtfertigt hätte.

Bezirkshauptfrau Waltraud Müllner-Toifl steht hinter der Entscheidung, denn der gute Wert von Ende der letzten Woche stelle nur eine Momentaufnahme dar. „Derzeit sind die Zahlen, wenn auch nicht überbordend, doch wieder im Steigen“, führt sie vor Augen. Diesen Montag lag der Inzidenz-Wert schon wieder bei 88,8.

Derzeit werden der Bezirkshauptmannschaft Kor neuburg täglich rund zehn bis 20 neue Corona-Fälle gemeldet, Mitte November waren es noch 60 bis 70. Für den aktuellen Aufwärtstrend macht Müllner-Toifl die Treffen rund um die Weihnachtszeit verantwortlich.

Für eine gelbe Corona-Ampel sei es jedenfalls noch zu früh, „da müsste es schon eine nachhaltige Tendenz geben“, so die Bezirkschefin. „So gut sind wir leider noch nicht unterwegs, ein bisschen eine Durststrecke müssen wir schon noch durchtauchen“, fürchtet sie. Eine Gelbschaltung hätte nur zur Verwirrung der Menschen beigetragen, ist sie überzeugt.

Einen weiteren Grund, warum die Zahlen der Neuinfektionen in den letzten Wochen doch deutlich zurückgegangen sind, sieht Müllner-Toifl in der regen Beteiligung an den Massentests. Beim ersten Termin lag die Teilnehmerquote bei 44 Prozent.

Vor rund zwei Monaten wurde auch die Teststrategie im Rahmen des Contact Tracings adaptiert. Kontaktpersonen von Infizierten werden seitdem unmittelbar nach dem Kontakt und nach zehn Tagen ein weiteres Mal getestet. „Auch da werden immer wieder Ansteckungen entdeckt“, erzählt die Bezirkshauptfrau.

Beanstandungen wegen Verletzungen der Ausgangssperre gebe es nur wenige, berichtet Müllner-Toifl. Die Menschen hätten sich gut darauf eingestellt, hat sie die Erfahrung gemacht. Sie warnt aber einmal mehr: Wer gegen einen Absonderungsbescheid verstößt, muss mit einer Anzeige der Staatsanwaltschaft rechnen.