Au-Brücken in Korneuburg gesperrt: Zukunft ungewiss. Die beiden Brücken als Verbindung in die Au stehen im Eigentum des Bundesheers. Doch dort fehlen die Geldmittel.

Von Veronika Löwenstein. Erstellt am 07. August 2019 (06:09)
Löwenstein
Statiker haben die Au-Brücken unter die Lupe genommen und den Sanierungsbedarf erkannt. Sperre bis auf Weiteres!

Die beiden Au-Brücken nach dem Scheibenstand bereiten der Stadtgemeinde Kopfzerbrechen. Die Brücken mussten behördlich gesperrt werden, weil sie nicht mehr den Sicherheitsstandards entsprechen. Das Bundesheer als Eigentümer der beiden Verbindungen in die Au macht mit dem Verweis auf die finanzielle Situation indes wenig Hoffnung auf eine baldige Sanierung.

Die Ausweichstrecke sorgt nicht nur bei Rennradfahrern mit ihren schmalen Reifen für Verdruss. Auch von den Befahrern des Donauradwegs, die nun die Umleitung fahren müssen, hagelt es Kritik. „Diese Umleitung ist nahezu unpassierbar“, erzählt ein Fahrradfahrer gegenüber der NÖN, der letzten Sonntag unterwegs war. „Es war ein Matsch- und Dreckweg. Meine Frau ist sogar zu Sturz gekommen“, schildert er. Auch ein Schieben des Rades wäre aufgrund der hohen Frequenz an Zweirädern unmöglich gewesen, „man wurde sofort beschimpft“.

„Die Umleitung ist durch die Regenfälle nahezu unpassierbar geworden. Meine Frau ist sogar zu Sturz gekommen.“ ein Radfahrer

Die Stadtgemeinde steht nun in stetigem Kontakt mit dem Bundesheer, das die Brücken vor Jahrzehnten als Verbindung zum militärischen Übungsplatz errichtet hat. Aufgrund der vielen Freizeitsportler und Erholungssuchenden, die die Au nutzen, überlegt man vonseiten des Heers aber mittlerweile, den Übungsplatz aufzulassen. Die Brücken wären damit für ihren ursprünglichen Sinn nutzlos.

„Die Brücken sind bis auf Weiteres gesperrt“, sagt Ministeriumssprecher Michael Bauer auf NÖN-Anfrage. Und er gibt unumwunden zu, dass die Au-Brücken derzeit ein eher kleineres Problem für das Bundesheer seien. „Wer die finanzielle Situation des Bundesheers kennt, weiß, dass derzeit nicht einmal genügend Geld zur Verfügung steht, um die in der Bundesverfassung verankerten Aufgaben zu erfüllen“, bekundet Bauer. Da es eine Umfahrung gäbe, sei das Problem nicht prekär.

"Sanierung vielleicht ohne Rieseninvestition"

Anders sieht man das bei der Gemeinde: „Das fällt natürlich auf uns zurück“, ist sich VP-Vizebürgermeisterin Helene Fuchs-Moser bewusst. Man versuche nun, eine Lösung gemeinsam mit dem Bundesheer zu finden. „Vielleicht kann man ja die Brücken ohne Rieseninvestition sanieren“, überlegt sie. Auch dass die Gemeinde Geld in die Hand nimmt, stellt sie in den Raum. Detail am Rande: Die Brücken wurden erst vor rund fünf Jahren saniert, damals wurde aber die falsche Holzart verwendet bzw. geliefert. Laut Bauamtsleiter Wolfgang Schenk kostet alleine das richtige Holz rund 85.000 Euro – da kommt dann noch die Arbeitszeit dazu.

Stadt und Bundesheer appellieren nun unisono, die Sperre der Brücken unbedingt zu beachten, da sonst Verletzungsgefahr bestünde. Die Stadt bemühe sich unterdessen, die Umleitungsstrecke zu verbreitern und zu verbessern, heißt es aus dem Bauamt.