Bezirk Korneuburg: Für Vereine wird es oft eng. Vom Schuldirektor über den Schulwart bis zum Bürgermeister und oft wieder retour – der Weg zu einem geöffneten Turnsaal ist für Sportvereine oft ein langer und beschwerlicher. Dabei zeigt eine Studie der Sportunion, dass Bedarf an zusätzlichen Hallenzeiten besteht (siehe Artikel rechts). Die NÖN hörte sich in der Region um.

Von Herwig Mohsburger. Erstellt am 11. September 2019 (05:45)
Simperler
Wandelbare Mehrzweckhallen wie in der AHS Korneuburg ermöglichen die größtmögliche Nutzung für verschiedenste Sportarten.

„Wir sind in einer sehr guten Position“, beruhigt Korneuburgs Sportstadträtin Sabine Tröger. Mit der Guggenbergerhalle stehen zwei Dreifach-Hallen zur Verfügung. Der größte Wunsch der Sportstadträtin: „Eine große Kraftkammer wäre noch perfekt.“

„Die Vereine geben sich die Türklinke in die Hand“

Gleich im Nachbarort Leobendorf geht es deutlich enger zu. „Wir haben 370 Kinder in Sportvereinen, da wird der Platz knapp“, erklärt VP-Bürgermeisterin Magdalena Batoha. Die Turnhalle in der Volksschule werde sehr gut genutzt. „Sogar der Turnraum im Kindergarten ist vermietet. Er eignet sich für Yoga und Ähnliches“, so Batoha Für ältere Kinder hat man sich sogar in Korneuburg eingemietet. In den Schulferien pausieren auch die Vereine, die Turnsäle sind ungenutzt, Reparaturen und die Grundreinigung stehen an.

Mit Volksschulen, einem Gymnasium und der Milleniumshalle hätte Stockerau viele Ressourcen, man beherbergt aber auch sehr viele Vereine. „Leerstehen tut nichts“, so SP-Bürgermeisterin Andrea Völkl. Problematisch wird es, wenn der Turnsaal bei der Volksschule am Schulcampus neu gebaut wird, „aber die Erweiterung ist notwendig, und es entsteht ein Doppelturnsaal“, erklärt Völkl.

Auch das Gymnasium in Stockerau ist an der Kapazitätsgrenze angelangt. „Die Vereine geben sich die Türklinke in die Hand“, so Direktorin Claudia Reinsperger gegenüber der NÖN. Der Turnsaal, der aus drei Einzelsälen besteht, ist voll gebucht: Bis 17.30 Uhr geht der Unterricht, danach sind die Vereine bis 22 Uhr dran. Die Miete hat übrigens der Landesschulrat festgelegt, dazu kommt noch eine Gebühr für den Sperrdienst.

„Im Moment ist es okay, aber beim Bau der Volksschule fällt uns ein Turnsaal weg, und somit haben wir einen von vier Trainingstagen weniger. Das ist heftig“, schildert Martin Beranek die Situation. Sein Taekwondo-Verein gehört zu den drei besten Österreichs, drei Sportler sind sogar im Nationalteam. Den rund 60 Mitgliedern reicht bereits „ein schöner, große Turnsaal“.

Über zu wenig Hallenzeit beklagt sich der Obmann des Sportaerobic-Vereins „Gymnastic Academy Stockerau“, Leopold Grabner: „Es ist sehr schwer, dass man eine Halle bekommt, momentan ist alles ausgebucht.“

Ein Happy End gibt es für den Tischtennisverein Sierndorf. Wegen des Neubaus der Turnhalle mussten die Sportler vor 14 Monaten auf Hallen in Sierndorf, Göllersdorf und Tulln ausweichen. „Manche Spieler habe ich schon seit Monaten nicht mehr gesehen“, schildert Obmann Albert Wilder die Probleme des Vereins. Knapp, aber umso erfreulicher war die Antwort von VP-Bürgermeister Gottfried Muck zur Fertigstellung des Turnsaales: „Der Trainingsbetrieb startet am Mittwoch, 11. September.“

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