Mehr für Radfahrer tun. Studenten nahmen die Verkehrssituation in der Gemeinde genauer unter die Lupe. Verbesserungsbedarf orteten sie vor allem im Bereich vor der Volksschule.

Von Theodora Höger. Erstellt am 01. Februar 2017 (05:00)
Höger
Timon Schlemmer, Thomas Steffl vom Dorf, Christina Trappmaier-Hauer, Michael Meschik, Gottfried Muck, Leiter des Seminars Markus Kronika, Gabriele Gollner, Silvia Haas und Gerhard Wünsch besprachen auf der BOKU die Ideen für Sierndorf.

Studenten der Universität für Bodenkultur besuchten Sierndorf im Rahmen ihrer Ausbildung: Gemeinsam erarbeiteten sie Verbesserungsideen für den öffentlichen Raum.

„Eigentlich würde es den Sierndorfern gut tun, wenn sie mehr zu Fuß gehen würden“, so der Grundtenor der Arbeitsgruppen. Was in Großstädten gang und gäbe ist, nämlich der minutenlange Fußmarsch, sei besonders am Land teilweise nur schwierig umzusetzen.

Auch der Leiter des Seminars, Michael Meschik, pflichtet bei: „Einer Studie der WHO (Anm.: Weltgesundheitsorganisation) zufolge leben Leute, die sich viel bewegen, zwei Jahre länger.“

Ortseinfahrten: Autos fahren viel zu schnell

Ginge es nach den Studenten, würde es in Sierndorf direkt vor den Geschäften weniger Dauer-, dafür mehr Kurzparkplätze geben.

Dafür würden sie Radfahrern gerne neue Möglichkeiten eröffnen – zum Beispiel in Form eines zusammenhängenden Radwegenetzes und diebstahlsicherer und wetterfester Abstellplätze. Sie sind sich sicher: „Sierndorf hat bezüglich Radverkehr sehr viel Potenzial.“

Bei allen drei Ortseinfahrten erhoben sie im Ortsgebiet die Geschwindigkeit der Autofahrer. Das Ergebnis: durchschnittlich mehr als 60 km/h an jeder Stelle.

Volksschulgelände mit Verbesserungsbedarf

Besonders im Bereich der Volksschule sehen die Studenten dies kritisch und sprechen sich für ein Geländer vor der Schule aus: „Die Kinder kommen aus dem Unterricht, sind aufgekratzt. Zwischen der Schule und der Straße, auf der die Autos mit mehr als 50 km/h vorbeibrausen, ist nicht viel Platz“, zeigt sich eine Studentin besorgt.

Sie spricht sich für eine 30er-Zone vor der Schule aus. Den Schulinnenhof würden die Studenten gerne kindgerechter gestalten: Würde man das vordere Gebäude abreißen, könnte man eine Aufenthaltsfläche für die Kinder schaffen. „So würde man sie auch von der Straße fernhalten“, so die Studentin.

"Sierndorfer müssen auch selbst mitgestalten"

Michael Meschik ist von den Arbeiten überzeugt: „Ich lasse der Kreativität meiner Studenten gerne Raum. Wir wollen mit unseren Vorschlägen etwas Gutes tun. Natürlich müssen hier auch die Sierndorfer selbst mitgestalten.“ Bürgermeister Gottfried Muck will jetzt „schauen, was umsetzbar ist“.

Die Ergebnisse sollen allen Gemeinderäten präsentiert werden.

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