Erstellt am 25. Oktober 2011, 00:00

Sterne zum Angreifen. ASTRONOMIE / Bald ermöglicht eine professionelle Volkssternwarte Einblicke in die „unendlichen Weiten“ über Großmugl.

Bald können Bürgermeister Karl Lehner und Hobbyastronom Karl Schillinger den Himmel durch ein professionelles Teleskop betrachten. LÖWENSTEIN  |  NOEN
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VON YVONNE GSCHWINDL

GROSSMUGL / Jetzt ist es fix: Der Verein Keltenberg Sternwarte Oberleis errichtet in Großmugl eine Volkssternwarte. Etliche Orte kamen dafür in Frage, Großmugl setzte sich aber als Topfavorit durch. „Es ist ein spannendes Projekt“, freut sich Hobbyastronom Karl Schillinger. Die Sternwarte wird auf seinem Grund - einem erhobenen Feld - gebaut. Parken kann man in der Ortschaft. Um zur Sternwarte zu gelangen, muss man nur einen 100 Meter langen Fußmarsch bewältigen. Die Konstruktion soll etwa vier mal sieben Meter umfassen, eine elektrisch wegfahrende Kuppel ist im Gespräch. Das professionelle Teleskop, das auch Astrofotografie ermöglicht, ist hingegen beschlossene Sache. Die Verwirklichung des Projekts wird nächstes Jahr in Angriff genommen. Als erster Schritt wurde jüngst eine Container-Sternwarte aufgestellt.

Die Volkssternwarte ist ein weiterer Schritt in Richtung UNESCO Lichtschutz-Reservat. Kaum ein Ort in der Nähe Wiens eignet sich so gut zum Beobachten der Sterne wie Großmugl. „Die UNESCO sucht solche Lichtpunkte in der Nähe von Großstädten. Großmugl ist aufgrund der Abschirmung des Wiener Lichts durch den Bisamberg und den dadurch ermöglichten besonders guten Blick zum Sternenhimmel prädestiniert dafür“, erklärt Astronom Günther Wuchterl.

Die Bewerbung als UNESCO Weltkulturerbe ist weiterhin in vollem Gange. Mit einer Entscheidung wird erst in den nächsten Jahren gerechnet. Seit geraumer Zeit wird Großmugl bereits astronomisch genutzt, neben den regelmäßigen Schulführungen und Vorlesungen vor Ort erfreut sich auch das jährliche Sternenfest größter Beliebtheit.