Hündin „Maya“ ertappte dreiste Satteldiebe. Monatelang waren die „Schrecken der Reitstallbesitzer“ in Wien und Niederösterreich aktiv. Nach ihrem jüngsten Coup wurde ihnen das Handwerk gelegt.

Von Herwig Mohsburger. Erstellt am 12. Februar 2020 (06:15)

Zwei dreiste Satteldiebe wurden nach einem Einbruch in die Reitanlage Teiritzhof auf der Flucht verhaftet. Intensive Streifen der Polizei, ein kleiner Hund und „Kommissar Zufall“ arbeiteten erfolgreich zusammen.

Seit Oktober vergangenen Jahres wurden in Wien und Niederösterreich Sattelkammern aufgebrochen und die wertvollen Sättel entwendet, der Gesamtschaden liegt laut Polizei bei rund 360.000 Euro. Im Zuge der Ermittlungen verdichteten sich die Hinweise auf eine polnische Tätergruppe. Deshalb wurden intensive Streifen bei Reitställen durchgeführt, auch in Stetten - wir berichteten:

In der Nachtstunden des 4. Februars knackten die beiden mutmaßlichen Täter aus Polen das Schloss zur Sattelkammer am Teiritzhof und verluden 16 Sättel in ihren Wagen. Dabei weckten sie „Maya“, die Hündin von Reiterhof-Besitzerin Iris Murray. Das Gebell vertrieb zwar die Einbrecher, alarmierte aber auch Kriminalbeamte, die gerade unauffällig den Reiterhof kontrollierten. Vorerst gelang den Tätern noch die Flucht.

„Ich habe das alles unmittelbar miterlebt, wie die Verfolgung eingeleitet wurde“, erzählt Murray. Rund eine Stunde dauerte die Flucht, gegen drei Uhr früh war für die Einbrecher bei Drasenhofen, nur einen Kilometer vor der Grenze, „Endstation.“ Die entwendeten Sättel fanden sich noch im Auto.

Großes Lob zollt Murray der Polizei. Denn nicht nur über die Verhaftung der Diebe, die ein Schrecken der Reitstallbesitzer waren, freut sie sich. „Schon einen Tag später haben die Kriminalbeamten die Sättel wieder zurückgebracht“, so Murray. Dies ist für den Reitbetrieb besonders wichtig, denn alle Sättel sind Spezialanfertigungen, maßgenau angepasst an Ross und Reiter.

Entsprechend ist aber auch der materielle Wert von rund 41.000 Euro für die 16 Sättel, die zum Teil Murray und anderen Pferdebesitzern gehören. Hätte die Polizei die Diebe nicht erwischt, wäre zum finanziellen Schaden noch die Wartezeit auf Ersatz von mehreren Monaten gekommen, erklärt Murray.