Chance auf neue Argumente für A22-Ausbau. Die Stadt könnte ein zweites Luftgütemessgerät mieten. Man hofft auf entscheidende Daten.

Von Michaela Höberth. Erstellt am 04. Dezember 2019 (05:20)
Stockerau soll eine zweite Luftgütemessstation bekommen. Der Wunschstandort der Bürgerinitiative: der Bereich beim A22-Knoten Stockerau-Mitte.
privat/Josef Lehner

Josef Lehner von der Bürgerinitiative „Tunnel und Grüner Übergang“ ist erleichtert: „Das war ein wichtiger Schritt für uns!“ Der Bürgerini tiative und der Stadt ist es gelungen, ein zweites Luftgütemessgerät für die Stadt zu organisieren. Dieses könnte nach einem entsprechenden Beschluss im Stadtrat im Bereich Stockerau-Mitte in unmittelbarer Nähe der Autobahn installiert werden.

„Mobile Geräte des Landes waren bereits bis 2022 vergeben“

Die Bürgerinitiative setzt sich dafür ein, die A22 im Zuge des Ausbaus einzutunneln und damit die Stadt zu schützen. Die Emissionswerte sind bei den Diskussionen ein Knackpunkt. Umso größer war seit Jahren die Kritik am Standort der bisher einzigen Luftgütemessstation in der Stadt; diese befindet sich an der Tullnerstraße, Ecke Rudolf-Diesel-Straße.

„Wir haben im Zuge der Auseinandersetzung mit dem A22-Ausbau gemerkt, dass die Berechnungsbasis für Feinstaub und Lärm im Feststellungsverfahren zu gering ist“, erklärt Lehner. Das Feststellungsverfahren entscheidet da rüber, ob eine Umweltverträglichkeitsprüfung vor dem Ausbau notwendig ist oder nicht.

Die Bürgerinitiative wandte sich mit ihren Zweifeln an die zuständige Abteilung des Landes NÖ, doch die Aussichten auf ein weiteres Gerät waren zunächst denkbar schlecht: „Die Standorte der fixen Messgeräte werden vom Umweltministerium vorgegeben, und die mobilen Geräte des Landes waren bereits bis 2022 vergeben“, schildert Lehner. Es wurde daher gemeinsam mit der Bürgerplattform Lärmschutz 2000 ein Schreiben an die Landesregierung formuliert.

Gerät soll so schnell wie möglich installiert werden

Unterstützung erhielt man bei diesen Bemühungen von ÖVP-Bürgermeisterin Andrea Völkl, die sich beim Land für ein weiteres Messgerät starkmachte. Lang mussten die Stockerauer jedoch nicht bitten: Das Land stellt der Stadt nun ein Luftgütemessgerät zu Verfügung, der Stadtrat wird demnächst über die monatliche Miete von 1.000 Euro entscheiden.

„Wir wollen dafür Geld in die Hand nehmen. Die Daten, die durch das Gerät gesammelt werden, könnten wichtige Erkenntnisse liefern, die ein Argument gegenüber der Asfinag sein könnten“, ist Völkl bewusst.

Die Stadtchefin plant, gemeinsam mit Experten den Standort für das Messgerät zu finden. Der Wunsch der Bürgerinitiative wäre die Platzierung bei Stockerau Mitte, unmittelbar an der Fahrbahn der A22.

„Die Daten, die so erhoben werden können, wären eine wichtige Basis für die weiteren Berechnungen. Das kann entscheidend für den Verfahrensverlauf sein“, macht Initiativen-Sprecher Lehner klar. Sein Ziel: Das Gerät soll so schnell wie möglich installiert werden. „Es wäre natürlich ideal, wenn wir die Messstation noch heuer bekommen würden. Dann könnten wir bereits die Emissionen der Wintermonate aufzeichnen“, so Lehner.

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