Die Topothek ist im Netz

Stockerau macht mit der Topothek Vergangenes für zukünftige Generationen greifbar. Stadtarchivarin Gabriele Redl stellte die neue Plattform offiziell vor.

Dieter Rathauscher Erstellt am 09. Oktober 2021 | 05:08
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Bei der Präsentation der Topothek: Elisabeth Loinig (Landesarchiv NÖ), Alexander Schatek (gilt als „Vater“ der Topotheken), Gabriele Redl, Andrea Völkl, Heinz Scheele und Sonja Eder.
Foto: Dieter Rathauscher

Der Startschuss für die neue Topothek der Stadt Stockerau wurde mit einer Feier im Belvedereschlössl begangen. Sonja Eder von der Leader-Region Weinviertel-Donauraum führte durch den Abend und stellte zu Beginn die Topothek als ein weiteres Projekt im Rahmen dieser Leader-Initiative vor: „Hier wird EU-Geld direkt in den Gemeinden eingesetzt.“

Bürgermeisterin Andrea Völkl sprach vom verbindenden Charakter des Projekts: „Das Schöne ist, dass die Topothek Leute zusammenbringt. Die Menschen sprechen dadurch wieder mehr miteinander, denn man tauscht seine Erinnerungen zu den Fotos aus und erzählt jüngeren Generationen, wie es damals war.“ Mit moderner Technik sei es somit möglich, das „vergangene Stockerau“ für die nachfolgenden Generationen greifbarer zu machen, erzählte sie weiter.

„Die Menschen sprechen dadurch wieder mehr miteinander, denn man tauscht seine Erinnerungen zu den Fotos aus.“
Stadtchefin Andrea Völkl über die neue Topothek

Die Leiterin des Museums und des Stadtarchivs, Gabriele Redl, stellte die Topothek dann physisch vor. Aktuell sind 910 Fotos freigeschaltet und können über die Adresse stockerau.topothek.at jederzeit betrachtet werden. „Verschwundenes Stockerau“, „Geselliges Stockerau“, „Geschäftliches Stockerau“ und „Sportliches Stockerau“ – unter diesem Motto präsentierte sie ihr „Baby“. In detektivischer Kleinarbeit forschte Redl bei jedem Foto nach, um es zeitlich und geografisch einordnen zu können. Sogar das erste Plakat der Festspiele Stockerau kann man in der Topothek finden, oder auch Bilder des Aussichtsturms auf der Marienhöhe, der von den Bauplänen bis zum Abriss umfassend dokumentiert wird.

Die Stadtarchivarin hat viel Herzblut beim Aufsetzen der Topothek investiert, das hat sich ausgezahlt. Die Besucher der Präsentation waren von der Fülle und Vielfalt der Fotos begeistert. Redl erwähnte auch, dass sie bereits weit mehr Fotos digitalisiert hätte, diese müssten aber erst recherchiert und in den Zusammenhang gestellt werden. Sie richtete auch einen Appell an die Anwesenden, alte Fotos und Dokumente über Stockerau zur Verfügung zu stellen. „Die Originale werden von uns digitalisiert und bleiben selbstverständlich beim Besitzer“, ergänzte sie.

Sie bedankte sich speziell bei Leopold Amort, Robert Vojtisek, Heinrich Kaller und Josef Henk, die besonders viele Fotos beigesteuert hatten. Jetzt liegt es an der Bevölkerung, die Topothek mit den Schätzen zu füllen, die sich in den Privatarchiven befinden.