Ende nach 36 Jahren: Andreas Straka verlässt Gemeinderat

Andreas Straka (Grüne) zieht sich aus dem Gemeinderat Stockerau zurück und erhält von allen Seiten zum Abschied lobende Worte.

Erstellt am 14. Oktober 2021 | 05:57
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Andreas Straka von den Grünen legte überraschend seine Funktion als Gemeinderat zurück.
Foto: Dieter Rathauscher

Paukenschlag im Gemeinderat: Andreas Straka, Gründungsvater der Grünen in Stockerau, legte sein Mandat zurück. Die Überraschung war bei den anwesenden Gemeinderäten riesig. Man konnte sich nicht vorstellen, dass Straka nach 36 Jahren als Gemeinderat dem Gremium nicht mehr angehören sollte. Er wurde mit Standing Ovations bedacht und Bürgermeisterin Andrea Völkl (ÖVP) fand Dankesworte. Thomas Muth wird Strakas Nachfolge antreten.

1985 schafften es die Grünen zum ersten Mal, mit zwei Mandaten in den Stockerauer Gemeinderat einzuziehen. Straka war einer der beiden Mandatare. Er arbeitete mit drei Bürgermeistern zusammen und erinnert sich: „Leopold Richentzky hat zur Feier anlässlich 100 Jahre Stadterhebung nach einem Wahrzeichen für die Bevölkerung gesucht. Ich habe ihm vorgeschlagen, die Au unter Naturschutz zu stellen, und er hat das angenommen.“ So wurde die Au zum Natura-2000-Schutzgebiet ernannt.

Biologie und Botanik im zweiten Bildungsweg

Zur Biologie und Botanik kam Straka, der Nachrichtentechniker war, erst im zweiten Bildungsweg. Sein Credo war: „Als Grüner muss ich mich in diesem Fach auskennen.“ So begann er mit 35 Jahren sein Studium, das Thema der Dissertation war „Der Gießgang in der Stockerauer Au“.

Als die SPÖ unter Bürgermeister Helmut Laab die absolute Mehrheit verlor, holte er die Grünen in eine Koalition, die aber von diesen wieder aufgekündigt wurde. Seine Fraktion ist langsam gewachsen. „Mit fünf Mandataren sind wir recht gut aufgestellt und können uns neben den grünen Themen auch beim Sozialen und den Finanzen einbringen. Nach der Wahl 2019 haben wir der ÖVP ein Angebot zur Zusammenarbeit gemacht, das wurde aber abgelehnt“, blickt er zurück.

Straka schaue „vor allem auf die positiven Seiten“ zurück: „Aber leider ist es nicht gelungen, die Jäger in das Naturschutzkonzept einzubeziehen. Das wurde vom Gemeinderat beschlossen und sollte so weiter beibehalten werden, ein Vorschlag von uns für ein ökologisches Jagdgesetz wurde leider abgedreht.“