Erneut Hund vergiftet: „Rache trifft die Falschen“. Wieder musste ein Tier sterben. Polizei appelliert: „Fälle melden!“

Von Michaela Höberth. Erstellt am 23. Oktober 2019 (06:18)
Shutterstock/ Halfpoint
Aufgepasst bei Spaziergängen mit dem Hund: Wer etwas Verdächtiges entdeckt, soll sich sofort an die Polizei wenden.

Die Hundebesitzer der Stadt leben wieder in Sorge: Meldungen, dass Tierköder aufgefunden und Vierbeiner vergiftet werden, häufen sich. In der Au sollen Köder ausgelegt worden sein, die Angelhaken beinhalten. Die Tierhasser sollen auch mit Rattengift-Sprays gegen Hunde vorgehen, die direkt über die Schleimhäute aufgenommen werden und zu einem qualvollen Ende führen.

Ein konkreter Fall ereignete sich vergangene Woche in der Wiesener Siedlung: Dort ist ein Hund durch Gift ums Leben gekommen. Nach einem Spaziergang begann das Tier plötzlich, aus dem Maul zu schäumen, das Herz des Hundes blieb stehen. Jede Hilfe durch den Tierarzt kam zu spät. Das Gift, das den Hund das Leben gekostet hat, wurde beim Spaziergang aufgenommen.

Seitens des Bauhofs und der Jägerschaft ist über Köder in der Au nichts bekannt. Auch bei der Polizei sind keine Meldungen eingegangen. Franz Leidwein vom Bezirkspolizeikommando, selbst Hundebesitzer, appelliert an die Hundehalter: „Wenn jemandem etwas Ungewöhnliches auffällt, und sei es nur ein Stück Wurst am Wegesrand, das einem seltsam erscheint, sollte man das unbedingt der Polizei melden.“ Aus Ködern könne man oftmals Spuren herauslesen, die wertvolle Hinweise für die Ermittlungen liefern können.

Wer glaubt, einen Köder entdeckt zu haben, sollte vor Ort auf die Polizei warten. „Da man nicht weiß, ob und was sich auf dem Fleisch befindet, sollte man den Köder nicht anfassen“, betont Leidwein. Er selbst hat durch Gift einen Hund verloren: Das Tier kam bei der Jagd damit in Berührung. „Nur, wenn solche Fälle auch gemeldet werden, kann die Polizei etwas bewirken. Wie sollen wir ermitteln, wenn uns dazu die Grundlage fehlt?“, macht er klar. Und er ruft alle Hundehalter dazu auf, einen Beitrag gegen Hundehasser zu leisten: „Die Besitzer können hier viel bewirken. Das fängt damit an, den Kot des Hundes beim Spazierengehen auch wirklich aufzuheben und in den nächsten Mistkübel zu werfen“, weiß Leidwein, der sich auch selbst über säumige Hundebesitzer ärgert. „Denn wenn jemand dann Rache nimmt, trifft es die Falschen, nämlich die Hunde.“

Leidwein kennt die vielen Gerüchte, die immer wieder über Giftköder in der Stadt kursieren. „Es ist auch möglich, dass diese Fälle von nur einer Person ausgehen, die einen extremen Hass auf Hunde hat“, gibt er dabei zu denken.