Eschen-Gutachten bringt sanften Eingriff in die Au. Ein gerichtlich beeideter Sachverständiger hat die Bäume unter die Lupe genommen und empfiehlt Einzelentnahmen.

Von Veronika Löwenstein. Erstellt am 13. November 2019 (06:12)
Die weitere Vorgehensweise in der Au steht fest: Entlang der Hauptwege werden noch im Laufe des Winters 259 Eschen gefällt. Einige Nebenwege bleiben weiterhin gesperrt.
Sturm

Das Gutachten, das den Status quo der Au-Eschen forstrechtlich beurteilen sollte, ist fertig. ÖVP-Bürgermeisterin Andrea Völkl ist froh, mit dem 65 Seiten umfassenden Werk Fakten für die weitere Vorgehensweise geschaffen zu haben. „Wir werden uns an die Empfehlungen halten“, kündigt sie an. Wie berichtet, sind die Eschen von einem Pilz bedroht, der die Bäume im schlimmsten Fall umstürzen lässt.

Die Stadt erwartete sich vom Experten in erster Linie Antworten über den Gefährdungsgrad der Hauptwege. Der Sachverständige kommt zu dem Schluss, dass lediglich Einzelentnahmen entlang der Hauptwege nötig sind. „Das Schreckgespenst der 90-Meter-Schneisen ist damit entkräftet“, betont Völkl. Die Kernzone des Naturschutzgebiets bleibt unangetastet. Das Gutachten stellt auch der bisherigen Arbeit des Bauhofs ein gutes Zeugnis aus.

Alte, kräftige Eschen trotzen dem Pilz

Konkret stehen rund 300 Eschen entlang der Hauptwege – und nicht einmal die müssen alle gefällt werden, kommt der Experte zum Schluss. 41 Eschen dürfen bleiben. „Es handelt sich dabei um stabile, kräftige Bäume“, erklärt die Bürgermeisterin. Sie seien aufgrund ihres Alters widerstandsfähiger. „Von ihnen geht keine Gefahr aus“, hat sich Völkl sagen lassen.

Unterm Strich müssen 259 Eschen gefällt werden. Die Arbeit kann die Stadt in Eigenleistung bewältigen, der Einsatz von Großmaschinen ist nicht erforderlich. Zum Vergleich: Im Rahmen der „normalen“ Forstwirtschaft werden pro Jahr in der Au rund 2.000 Bäume geschlägert.

Erleichtert reagiert Grüne-Stadtrat Dietmar Pfeiler: „Wir sehen uns auf gewisse Weise bestätigt, vor allem, was die differenzierte Vorgehensweise betrifft.“ Er hatte schon im Sommer auf einen „Blick von außen“ gepocht. „Schade, dass dieser Weg so spät beschritten worden ist“, bedauert er.