Eschentriebsterben: „Die Gefahr ist weiterhin akut!“. Auch wenn es um das Thema still geworden ist: Noch ist der Auwald nicht sicher.

Von Michaela Höberth. Erstellt am 04. Januar 2019 (05:30)
Höberth
Auch große Bäume sind vor dem Baumpilz nicht gefeit: Die Wurzeln faulen ab, der Baum kann urplötzlich umstürzen.

„Das Eschentriebsterben geht weiter“, weiß Nikodemus Colloredo-Mannsfeld, der große Teile der Stockerauer Au bewirtschaftet. Seinen Betrieb stellt die Pilzkrankheit, die eine Wurzelfäule verursacht, vor große Probleme: „Es werden heute die Bäume der nächsten zwei Generationen geschlägert“, macht Colloredo-Mannsfeld klar. Er setzt auf Kahlschläge, eine Methode, die die Biodiversität fördern soll. Die Flächen werden unter anderem mit Silberpappeln wieder aufgeforstet, „wir erhalten aber auch Samenbäume und fruchttragende Bäume, um den Charakter der Au zu bewahren“.

Die vielen gefällten Bäume konnten lange nicht abtransportiert werden; der Borkenkäfer, der in Österreichs Wäldern großen Schaden angerichtet hat, nahm die Holzarbeiter in den warmen Monaten voll und ganz in Beschlag. Mittlerweile wird in der Au wieder gearbeitet, große Gewinne rechnet sich Colloredo-Mannsfeld jedoch nicht aus: „Abgestorbene oder umgefallene Bäume haben ein Holz von minderer Qualität“, weiß er.

Versuche, einzelne Eschen zu erhalten, sind gescheitert. Durch die Teilnahme am Forschungsprogramm „Esche in Not“ will der Forstbetrieb helfen. Am wichtigsten sei jedoch, dass die Aubesucher das Eschentriebsterben nicht unterschätzen: „Die Gefahr durch umstürzende Bäume ist akut!“