Festspiel-Intendant Spatzek „Habe ein paar Ideen ...“. Im Gespräch mit der NÖN zog der neue Stockerauer Festspielintendant Christian Spatzek ein Fazit über die heurigen Vorstellungen. Und auch für 2020 hat er schon Pläne gemacht.

Von Dieter Rathauscher. Erstellt am 01. September 2019 (06:16)
Andreas Tischler
Christian Spatzek hat mit Nestroy auf das richtige Pferd gesetzt: „Wir müssen hier Stücke spielen, die auf die Pawlatschen gehören.“

Eine Zusatzvorstellung und volles Haus - besser hätte der Einstieg für den neuen Festspiel-Intendaten Christian Spatzek wohl kaum laufen können. Mit seiner Stückwahl, Nestroys „Einen Jux will er sich machen“, hatte er das Publikum schon bei der Premiere am Haken. „Wir müssen hier Stücke spielen, die auf die Pawlatschen gehören. Dazu zählt natürlich vieles von Nestroy, aber auch Molière oder Goldoni sind denkbare Autoren“, ist er überzeugt. Sein Plan: Spatzek will ein Stammpublikum genau für dieses Genre heranziehen.

Toilettenanlagen ganz oben auf der Wunschliste

Mit dem diesjährigen Publikumserfolg geht natürlich auch ein kommerzieller Erfolg einher. Rund 11.500 Besucher anstelle der 6.700 kalkulierten Gäste wurden gezählt: „Ich habe bei den Einnahmen sehr vorsichtig kalkuliert. Da wir immer ausverkauft waren, haben wir schon einen schönen Puffer erwirtschaftet“, kann Spatzek ein finanzielles Plus vorlegen.

Im Einvernehmen mit den Schauspielern wurde im Vergleich zu den anderen Spielstätten des Theaterfests NÖ mit einem reduzierten Gagenansatz gearbeitet, so der Intendant. Eine Überlegung sei allerdings, die Premierenkarten künftig auch zu verkaufen. Abgesehen davon sollen die Kartenpreise, die heuer gegolten haben, unverändert bleiben.

Eine längere Spielzeit will Spatzek bis auf Weiteres nicht, aber den Mittwoch als poten zieller Zusatztermin will man beibehalten. Zudem soll die erste Reihe, die heuer abgebaut wurde, wieder installiert werden. Damit ergibt sich ein Platzangebot von 648 Sitzen.

Grundsätzlich ist Spatzek mit der Zusammenarbeit mit den politischen Entscheidungsträgern zufrieden, doch einige strukturelle Verbesserungsmöglichkeiten sieht er zum Beispiel bei der Kommunikation mit der Stadt. Auch das Tickettelefon wäre verbesserungswürdig, findet er. Ganz oben auf der Wunschliste steht jedoch die Situation mit den Toilettenanlagen: „Man muss über mobile Möglichkeiten nachdenken, so wie jetzt geht das nicht. Es kann nicht sein, dass die Besucher einen Teil der Pausenzeit mit Warten zubringen müssen.“

Nur wenige Tage nach der letzten Vorstellung geht es bereits an die Planung für die nächste Saison. Spatzek hält sich in Sachen Stückauswahl aber noch bedeckt: „Natürlich habe ich schon ein paar Ideen, es hängt aber davon ab, welche Schauspieler ich zusammenstellen kann. Ich möchte es zunächst bei den 16 Vorstellungen belassen, mit der Option der Zusatztermine am Mittwoch. Die Premiere möchte ich im nächsten Jahr bereits am Donnerstag aufführen, der Zeitpunkt im August soll aber bleiben.“