Gasthaus Gruber: „Kurzsichtigkeit verzögert Kauf“. Die Stadt kauft das Gasthaus Gruber vorerst nicht: Noch läuft das Verfahren der Aufsichtsbeschwerde der Grünen.

Von Michaela Höberth. Erstellt am 09. August 2017 (05:00)
Christian Sturm
Das Gasthaus Gruber: für die SPÖ ein strategischer Kauf, da es gleich neben dem Rathaus liegt.

Es war ein Beschluss, der SP-Stadtchef Helmut Laab eine Aufsichtsbeschwerde der Grünen einbrachte: Im nicht-öffentlichen Teil des Juni-Gemeinderats wurde der Kauf des ehemaligen Gasthauses Gruber durchgesetzt (die NÖN berichtete).

Das Abstimmungsergebnis ist geheim, aber die Reaktionen der Fraktionen – einschließlich des Arbeitspartners FPÖ – sprachen eine klare Sprache: Keine andere Partei unterstützte gegenüber der NÖN den Ankauf. Stattdessen setzte man sich zur Wehr: Den Grünen fehlte bei dem Vorhaben die entsprechende finanzielle Bedeckung, was Gemeinderat Dietmar Pfeiler zu einer Aufsichtsbeschwerde veranlasste. Dass nun das Gerücht durch die Stadt geht, der Unternehmer Gerald Moll wolle das Gasthaus kaufen, lässt viel Raum für Spekulationen.

„Wenn wir durch das Gasthaus die nächsten 30 Jahre Geld verlieren, ist es nicht kurzsichtig, die Stopp-Taste zu drücken.“Dietmar Pfeiler, Grüne

„Ich kenne das Gerücht, habe aber nicht im Geringsten vor, das Gasthaus zu kaufen“, stellt Moll klar. Und auch die Gemeinde machte einen Rückzieher: „Wir haben den Beschluss aufgehoben“, bestätigt SP-Bürgermeister Laab. „Wenn ein aufsichtsbehördliches Verfahren läuft, können wir das Gebäude nicht kaufen, da ist die Unsicherheit zu groß“, will er zuerst klare Verhältnisse schaffen. Den Kauf aufgeben will er aber keinesfalls: „Die Beschwerde entbehrt jeder Grundlage. Nun wird der Kauf durch kurzsichtige Mandatare verzögert, die so politisches Kleingeld machen wollen“, ist Laab verärgert.

Eine Kritik, von der sich Pfeiler nicht angesprochen fühlt: „Mir ging es nie um politisches Kleingeld und ich weiß nicht, wen der Stadtchef mit Kurzsichtigkeit meint. Wenn wir durch das Gasthaus die nächsten 30 Jahre Monat für Monat Geld verlieren, ist es nicht kurzsichtig, die Stopp-Taste zu drücken. Essentielle Grundbedürfnisse der Bevölkerung sind vorrangig – Schulzubau, Sport- und Freizeiteinrichtungen oder Stadtentwicklung.“

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