Herzschlag erst nach 40 Minuten: Leben gerettet

Erstellt am 03. August 2022 | 05:39
Lesezeit: 3 Min
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Aus großer Dankbarkeit ein Ölgemälde geschenkt (v.l.): Amir Baradar, Tina Benold und Erwin Kube mit Harfenistin Petra Mallin, die die Überreichung in der „Galerie im Zentrum“ musikalisch umrahmte.
Foto: Karin Widhalm
Erwin Kube ist froh, dass der Stockerauer Arzt Baradar und seine Frau wie Löwen um ihn kämpften.
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Erwin Kube wird den 8. Februar 2021 nicht so schnell vergessen (noch weniger seine Frau Elisabeth) – an diesem Tag hat sein Herz aufgehört zu schlagen. Die Rettungskette funktionierte aber so gut, dass der frühere Bürgermeister-Stellvertreter heute mit keinen Beeinträchtigungen konfrontiert ist. Stadtarzt Amir Baradar und seine Lebensgefährtin Tina Benold kämpften wie zwei Löwen um ihn.

40 Minuten und neun Schocks mit den Defibrillator waren notwendig, bis das Herz wieder zum Schlagen anfing. Baradar erzählt, dass eine Reanimation üblicherweise nicht so lange durchgeführt wird. Das ist mit großen Anstrengungen verbunden, ergänzt die diplomierte Krankenschwester Tina Benold:

„Wir waren dann fix und fertig.“ Patient, Mediziner und die diplomierte Krankenschwester kannten sich gut: „Das war ein Gänsehautmoment“, erinnert sich Benold an die Sekunde, als ihr klar wurde, wer Hilfe braucht.

„Gehört zu den ein Prozent, die das gut überstehen“

„Wir hätten auch nicht geglaubt, dass wir ihn so wiedersehen würden“, erklärt Amir Baradar, dass Hirnschäden oder körperliche Beeinträchtigungen die Folge hätten sein können. „Erwin Kube gehört zu den ein Prozent der Menschen, die das gut überstehen und keine Beschwerden mehr haben“, betont der Stadtarzt, der seit 2017 in der Stockerauer Ordination praktiziert.

Dass das so eingetreten ist, hat Kube auch seiner Gattin Elisabeth zu verdanken. Als er zusammengesackt ist, hat sie schnell reagiert, die Rettung angerufen und unter Anweisung mit der Herzdruckmassage begonnen. „Er hatte schon eine blaue Zunge“, schildert sie.

Baradar erhielt indes via Handy die Benachrichtigung – und brach mit Benold sofort auf, „aber ich brauche auch fünf bis zehn Minuten“. Bei einem Herzstillstand zählt aber jede Minute; Baradar lobt das effiziente Eingreifen von Elisabeth Kube.

Seine Geschichte bringt Kube an die Öffentlichkeit, um den Einsatz des Stadtarztes, seiner Lebensgefährtin und seines Ordinationsteams vor den Vorhang zu holen. „Das ist mir ein Bedürfnis, denn wir haben einen Stadtarzt, der sich wirklich einsetzt – und zwar Tag und Nacht.“

Er habe schon viele Leben retten können. Kube überreichte Baradar und Benold ein Ölgemälde aus dem Nachlass seines Großonkels Otto Pachler. Sie durften es aus dem Bestand der „Galerie im Zentrum“ auswählen.

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