„Junge Generation“ fordert Rücktritt von FP-Gemeinderat. Der Stockerauer FPÖ-Gemeinderat Alen Ćorković ist mit einer Rücktrittsaufforderung der Jungen Generation Korneuburg konfrontiert.

Von Veronika Löwenstein. Erstellt am 27. September 2019 (14:43)
Serben gegen Rechts/FPÖ Fails

Die Vorfeldorganisation der SPÖ nimmt Facebook-Einträge zum Anlass, in denen der gebürtige Kroate mit Symbolen des Ustascha-Regimes zu sehen ist. Ćorković selbst denkt nicht an Rücktritt und wehrt sich gegen die Vorwürfe.

Patricia Katsulis, Vorsitzende der Jungen Generation Korneuburg, ist empört: „Ein Gemeinderat, der ungeniert und öffentlich mit der Fahne einer faschistischen Bewegung prahlt, hat in der Politik nichts verloren, hier wird eine rote Linie übertreten!“

Die Facebook-Gruppen „Serben gegen Rechts“ und „FPÖ Fails“ haben auf den Fall des Stockerauer Gemeinderates aufmerksam gemacht. Auf den Fotos ist Ćorković mit dem Ustascha-Wappen zu sehen und trägt einen Ohrstecker mit dem Portrait des Gründers der Ustascha-Bewegung Ante Pavelić. Außerdem bedient er sich in Kommentaren immer wieder der Grußformel der Bewegung „ZDS“, das für „Za Dom – Spremni!“ („Für die Heimat – Bereit!“) steht.

Seit März 2019 ist die Verwendung verboten

Die Ustascha wurde als kroatisch rechtsextrem-terroristischer Geheimbund gegründet und  gilt heute als faschistische Bewegung, deren ideologisches Fundament Serbenhass, Antikommunismus und Antisemitismus darstellt. Das Ustascha-Regime übernahm im Jahr 1941 in dem neugegründeten Unabhängigen Staat Kroatien  die Macht. Auf Wikipedia ist nachzulesen:  „Sie errichtete eine totalitäre Diktatur (…), die für den Genozid an verschiedenen ethnischen Gruppen (... Serben, Juden und Roma), und die Ermordung zahlreicher politischer Oppositioneller verantwortlich war“.  Seit 1. März 2019  ist in Österreich die Verwendung des Ustascha-Symbols verboten.

Ćorković hat die Fotos von seinem Facebook-Account mittlerweile gelöscht. „Um Missverständnisse zu vermeiden“, wie er sagt. Er erklärt auf Nachfrage der NÖN: „Ich habe in meiner Jugend mit heimatbewussten Bewegungen Kroatiens sympathisiert, darüber hinaus nichts Illegales gemacht und gepostet“.  Auf die Frage, mit welcher Heimat er sich identifiziere, antwortet Ćorković: „Ich stehe leidenschaftlich zu Österreich, das ist für mich dennoch keine Veranlassung meinen Migrationshintergrund zu verleugnen.“

Weiters lasse er sich das Posten der kroatischen und österreichischen Nationalflagge nicht verbieten. Auf den Einwurf, dass es sich bei der Fahne nicht um das aktuelle kroatische Wappen, sondern das Ustascha-Symbol handle, verwies der FPÖ-Gemeinderat darauf, dass sich selbst die kroatische Präsidentin mit diesem Symbol abbilden lasse. Er untermauerte seine Behauptung auch mit einem Foto, das er der NÖN zukommen ließ. Tatsache ist: Die kroatische Nationalflagge unterscheidet sich von dem Wappen der faschistischen Bewegung nur durch die Anordnung der roten und weißen Kästchen.

Rückendeckung bekommt Ćorković vom FPÖ-Listenersten Herbert Pohl. „Die Postings sind mehrere Jahre alt und wurden noch vor der Gesetzesänderung gepostet“, begründet er, warum er keinen Anlass für Konsequenzen sieht. Dass auf der Facebook-Seite „Serben gegen Rechts“ in den Kommentaren Morddrohungen gegen Ćorković ausgesprochen werden, ist für Pohl erschütternd: „Diese Hetzjagd gegen die FPÖ geht zu weit!“