Lärmbelastung: „Flugbewegungen gehen klar zurück“. Anrainer aus Stockerau beschweren sich über mehr Fluglärm. Daten von Dialogforum belegen Rückgang an Fliegern.

Von Markus Glück. Erstellt am 16. September 2014 (07:58)
Anrainer aus Stockerau beschweren sich über mehr Fluglärm - Daten des Dialogforums belegen jedoch einen Rückgang an Fliegern.
NOEN, zVg
Zuletzt häuften sich die Beschwerden über steigenden Fluglärm rund um die Region Stockerau. Klar ist, dass es vor allem in den Sommermonaten zu mehr Flugbewegungen kommt.

Zahl der Landeanflüge sank von 930 auf 740

„Fakt ist aber auch, dass in der heißen Jahreszeit Flugzeuge vermehrt wahrgenommen werden“, erklärt der Geschäftsführer des Dialogforums Flughafen Wien Wolfgang Hesina und fügt hinzu: „Man befindet sich öfters im Garten, und da fallen Flugzeuge am Himmel mehr auf.“

Auf NÖN-Anfrage überprüfte Hesina die subjektive Wahrnehmung von mehr Flugbewegungen mittels eines geografischen Infosystems. Gab es im August des Jahres 2009 noch 930 Landeanflüge über die Region auf den Flughafen Wien, sanken diese im Jahr 2012 auf 740, im letzten August waren es nur mehr rund 610 Landungen über den Korridor Stockerau und Korneuburg.

„Es ist klar ersichtlich, dass die Landungen stark rückläufig sind“, so Hesina. Angesprochen auf mehr Starts über der Region relativiert Hesina: „Diese sind so gering, dass sie kaum von Bedeutung sind.“

„Es ist klar ersichtlich, dass die Landungen stark rückläufig sind. Subjektiv bemerkt man im Sommer aber vermehrt Flugzeuge.“
Wolfgang Hesina, Dialogforum

Dem Geschäftsführer des Dialogforums ist es aber auch wichtig, zu betonen, dass von den 610 Landeanflügen nur 154 auf die Piste 11/29 erfolgten, die einen niedrigen Anflug über die Region erfordert. „Natürlich macht es einen großen Unterschied, mit welcher Höhe ein Flugzeug über ein Gebiet fliegt“, informiert Hesina.

Da die Landeanflüge über die Region meist bei Süd- und Ostwind stattfinden und es sich dabei meist um sonnige Tage handelt, kann laut dem Flugexperten auch dies die Wahrnehmung beeinflussen: „Man muss aber zwischen der subjektiven Wahrnehmung und der tatsächlichen Belastung unterscheiden. Jeder Mensch nimmt Lärm anders wahr.“

Obwohl zuletzt ein Rekordergebnis an Passagierzahlen am Flughafen erreicht werden konnte, befinden sich die Starts und Landungen auf dem Niveau von 2005. „Mit ein Grund dafür sind immer größere Flugzeuge, die auch tendenziell lauter wahrgenommen werden können“, erklärt Hesina und fügt hinzu: „Man kann daraus aber nicht schließen, dass große Flugzeuge laut sind. So ist der Dreamliner ein sehr leises Modell.“