Masken in Heimarbeit - Einziehgummis sind seltenes Gut. Schutzmasken werden oft selbst genäht. „Nähboom“ führt zu Materialknappheit bei Einziehgummis.

Von Herwig Mohsburger. Erstellt am 24. Mai 2020 (05:19)
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Viele Menschen nähen sich Schutzmasken selbst, dies wirkt sich auch auf den Handel aus. „Der Umsatz bei Einziehgummis ist um tausend Prozent gestiegen“, so Georg Dolezal. In seinem Geschäft in Stockerau verkauft und repariert er Nähmaschinen, auch Nähzubehör bietet er an.

„Gummi war in ganz Europa nicht zu bekommen, produziert wird ja zum Großteil in Fernost“, erklärt er. Deshalb hat er vorübergehend pro Kunde nur zwei Meter abgegeben. Verkauft hat er trotzdem „viele Kilometer“. Mittlerweile ist in seinem Laden die Versorgung weitgehend gesichert; die Quelle, über die er die verschiedensten Gummibänder bezieht, wird aber nicht verraten. Laut Dolezal hat die enorme Nachfrage nach Einziehgummi dazu geführt, dass ein Werk in Groß Siegharts, das schon geschlossen war, wieder aufgesperrt hat und die Produktion hochgefahren wurde.

Nach einem leichten Abflauen ist aktuell die Nachfrage nach Gummi und geeigneten Stoffen wieder im Steigen, „jetzt werden Masken für die Kinder geschneidert, weil die Schule beginnt“, weiß Dolezal. Das vermehrte Schneidern daheim beschert ihm auch gehörig Arbeit: 15 Nähmaschinen wurden binnen weniger Tage zur Reparatur gebracht. Neuware ist fast ausverkauft, „das Geschäft floriert wie zu Weihnachten“, so Dolezal. Dass wieder mehr genäht wird, sei schon vor Corona zu beobachten gewesen: „Früher sind sie zur Oma gegangen, jetzt müssen die Jüngeren selbst nähen.“