Nach Unfall vor Schule: "Alle müssen mithelfen". Nach einem Unfall in Stockerau wird der Ruf nach Maßnahmen laut.

Von Michaela Höberth. Erstellt am 21. Oktober 2020 (05:16)
Den Großteil desTages geht es in der Klesheimstraße ruhig zu, aber zu Schulbeginn und zu Schulende bricht Chaos aus.Für ÖVP-Stadtchefin Andrea Völkl ist das Üben mit den Kindern im Straßenverkehr ein wesentlicher Punkt, um die Situation zu entschärfen.
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„Es war ein Glück, dass nicht mehr passiert ist“, macht Eleonora Wiedermann bewusst. Am vergangenen Donnerstag holte sie wie gewohnt ihre Tochter von der Schule ab, als sie plötzlich einen völlig aufgelösten Buben über die Klesheimstraße laufen sah.

„Seine Mutter rannte ihm hinterher, er war von einer Radfahrerin angefahren worden“, erzählt Wiedermann. Sie eilte zu der Familie und machte der geschockten Mutter klar, dass der Kleine zu einem Arzt müsse. „Er hatte eine Platzwunde am Kopf, die genäht werden musste. Außerdem blutete er aus dem Mund“, so Wiedermann. Ihrem Ärger, dass zwar viele Schaulustige den Unfall verfolgt haben, aber niemand geholfen hat, machte sie auf Facebook Luft. Dort wurde auch heftige Kritik an dem täglichen Verkehrschaos vor den Schulen geübt.

„Alle parken kreuz und quer, andere Verkehrsteilnehmer nehmen keine Rücksicht“Eleonora Wiedermann

„Ich hole mein Kind selbst jeden Tag von der Schule ab, weil ich Angst um es habe“, so Wiedermann. Denn sowohl in der Früh als auch am Nachmittag würde es vor dem Schulcampus rund gehen: „Alle parken kreuz und quer, andere Verkehrsteilnehmer nehmen keine Rücksicht“, ärgert sich die Mutter. In der Früh regle die Polizei zwar den Fußgängerübergang in der Manhartstraße, am Nachmittag würden jedoch nur Streifen durchfahren. Für Wiedermann steht fest: Vor allem in der Klesheimstraße braucht es eine bessere Lösung. „Hier muss etwas gemacht weder, seien es eine 15-km/h-Beschränkung, eine Fußgängerampel oder mehr Polizeikontrollen“, findet sie.

ÖVP-Stadtchefin Andrea Völkl hat sich von den Vorkommnissen ein Bild gemacht. „Es dürfte alles sehr schnell gegangen sein, die Radfahrerin hatte keine Chance, den Unfall zu verhindern“, weiß sie aus Gesprächen.

Als Großmutter liege ihr viel an der Sicherheit der Kinder: „Ein ganz wichtiger Punkt ist hier die Bewusstseinsbildung“, so Völkl. Mit der Aktion „SchulGehBus“, bei der die Kinder gemeinsam dem Weg zur Schule kennenlernen, wurde dafür ein wichtiger Grundstein gelegt, doch auch im Alltag sei es wichtig, das richtige Verhalten im Straßenverkehr zu üben. „Wir können die Situation nur entschärfen, wenn alle Beteiligten hier mithelfen“, appelliert sie an die Eltern.