Neues Leben für altes Steuerbuch. Der Volksbildungsverein hat die Kosten für die Restaurierung eines alten Steuerbuchs übernommen. Geht es nach den Initiatoren, sollen viele ihrem Beispiel folgen.

Von Michaela Höberth. Erstellt am 01. Dezember 2017 (05:00)
Höberth
Christa Niederhammer, Ga-briele Gruber-Redl und Karl Kronberger zeigen, welche Verwandlung das alte Steuerbuch durch dieRestaurierungerfahren hat.

Sorgenkinder hat die Leiterin des Stadtarchivs, Gabriele Gruber-Redl, zu genüge: In den Regalen stehen viele alte Bücher, die von der bewegten Geschichte der Stadt erzählen. Leider merkt man ihnen ihr Alter nur allzu sehr an: Die Umschläge haben sich über die Jahre aufgelöst, das Papier ist von vielen Handgriffen verschmutzt.

Umso größer war Gruber-Redls Freude, als der Volksbildungsverein bei ihr anklopfte: Er bot eine Buchpatenschaft an, das Werk durfte die Archivleiterin selbst auswählen. „Natürlich habe ich eines der Bücher genommen, die eine Restaurierung dringend nötig hatten“, ergriff sie die Chance. Die Wahl fiel auf ein Steuerbuch, das zwischen 1813 und 1833 geführt wurde. Eine Wiener Firma fertigte einen neuen Umschlag an, außerdem wurde jede Seite einzeln von den Spuren der Zeit gereinigt. So bleiben die vielen Einträge, die über die Gebäude und Bewohner der Stadt erzählen, sicher verwahrt.

„Der Verein hat die Buchpatenschaft übernommen, um ein wertvolles Buch zu sanieren und so für die Nachwelt zu erhalten.“Karl Kronberger, VBV

„Der Verein hat die Buchpatenschaft übernommen, um ein historisch wertvolles Buch zu sanieren und so für die Nachwelt zu erhalten. Eine unserer Aufgaben ist es, Volkskultur zu erhalten“, so VBV-Obmann Karl Kronberger. Zudem wollte man mit der Aktion dem Gründungsobmann des Vereins, Josef Mayer, zu seinem 25. Todestag ein Denkmal setzen.

Seine Stellvertreterin Christa Niederhammer ist von dem Werk fasziniert. Sie hofft, dass auch andere Vereine oder private Spender dem Beispiel des VBV folgen und ein Buch sanieren lassen. „Gerade für runde Geburtstage im höheren Alter ist das doch eine schöne Idee. Und man kann etwas Bleibendes für die Stadt schaffen.“ Der Sponsor wird auch im Buch vermerkt und geht damit in die Annalen der Stadt ein.