Projekt „anpacken“: Einsatz für den Auwald. Über 70 Freiwillige halfen mit, die jungen Pflanzen des Götterbaums aus der Au zu entfernen. Mit der Aktion sollte das Thema Naturschutz bewusst gemacht werden.

Von Dieter Rathauscher. Erstellt am 08. November 2018 (04:00)
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Viele Freiwillige waren pünktlich zum Beginn der Aktion gekommen, um sich danach mit Schaufeln und Gabeln bewaffnet in die ausgewiesenen Bereiche der Au zu begeben. Im Laufe des Vormittags wurden es beinahe doppelt so viele Helfer.

Franz Els vom städtischen Bauhof war begeistert: „Alles, was wir uns vorgenommen hatten, wurde erledigt. Die von uns markierten Zonen in der Au wurden von den Freiwilligen geräumt.“ Die Stadtgemeinde und die Naturschutzakademie unter Julia Kelemen hatten zur Aktion „Anpacken: Götterbaum entfernen in der Au“ aufgerufen.

Der zuständige VP-Stadtrat Karl Kronberger stellte das Projekt vor: „Ab 2020 sollen in Niederösterreich von allen Gemeinden, die Teil des Schutzgebietsnetzwerks sind, Beratungs- und Bildungsangebote im Bereich Naturschutz angeboten werden. Diese werden derzeit von der Naturschutzakademie entwickelt. Dazu wurden Testgemeinden gesucht, die bis Ende 2019 Angebote vor Ort mitentwickeln und kostenlos testen möchten“, so Kronberger. Ganz klar also, dass Stockerau mit von der Partie war.

„In unserem konkreten Pilotprojekt geht es um die Neophytenkontrolle, besser gesagt um die Entfernung von jungen Götterbäumen aus unserer Au“, erklärt Kronberger. Der Götterbaum kommt aus China und
Vietnam und wurde im 18. Jahrhundert zur Seidenraupenzucht nach Europa gebracht. Er wurde auch als Park- und Stadtbaum sowie in der Forstwirtschaft genutzt. Nun wird er mancherorts zu einem Problem: Er verdrängt die standorttypische Vegetation und verursacht Schäden an der Bausubstanz im städtischen Bereich.

Ziel der Aktion „Anpacken“ war es daher, junge Pflanzen des Götterbaums unter fachkundiger Anleitung zu entfernen, um seine starke Ausbreitung zu verhindern und den natürlichen Zustand des Auwaldes im Naturschutzgebiet zu bewahren. „Da sich der Götterbaum über Wurzelausläufer ausbreitet, wird es mit dieser Aktion nicht getan sein. Es wird sicherlich mehrere Folgeaktionen geben müssen“, weiß Kronberger.

Und die Bereitschaft der Freiwilligen war groß: Über 70 Helfer wurden gezählt. Der Tenor: „Wir haben da so etwas Schönes vor der Haustüre, da helfen wir gerne mit, um das zu pflegen und zu erhalten.“