Schnellbus ins Tullnerfeld: „Meilenstein“ für Pendler. Stockerau: Ab 13. Dezember führt ein neuer Schnellbus ins Tullnerfeld.

Von Michaela Höberth. Erstellt am 19. November 2020 (04:40)
Der neue Rahmenplan des Ministeriums soll den Schienenverkehr verbessern. 6 Milliarden Euro sollen zwischen 2021 und 2026 alleine in die Ostregion investiert werden – für Dietmar Pfeiler (l.), Georg Ecker und Radha Kamath-Petters von den Grünen ein wichtiger Fortschritt.
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„Das ist ein Meilenstein!“, ist Grünen-Stadtrat Dietmar Pfeiler begeistert. „Das ist eine gute Sache, ein wichtiger erster Schritt!“, freut sich auch ÖVP-Stadtchefin Andrea Völkl. Die Rede ist von der neuen Schnellbusverbindung, die ab 13. Dezember, also mit dem neuen Fahrplan, von Stockerau über Tulln ins Tullnerfeld führt. Damit ist für die Pendler der Weg nach St. Pölten geebnet, aber auch die Anbindungen in den Westen werden so deutlich verbessert.

Eine Anbindung ins Tullnerfeld stand auf der Wunschliste der Grünen ganz oben: „Seit 2017 kämpfe ich für eine Verbesserung dieser Öffi-Verbindung. Es begann mit einer Petition im Gemeinderat“, resümiert Pfeiler. Auch in anderen Gemeinden des Bezirks, z.B. in Korneuburg, wurden Petitionen eingebracht. „Nun trägt das Bemühen Früchte“, so Pfeiler.

Neue Haltestelle wird eingerichtet

Der neue Schnellbus fährt in den Morgenstunden und abends stündlich, am Vormittag sowie am Samstag und an Sonn- und Feiertagen alle zwei Stunden. In Stockerau wird am Bahnhofsparkplatz die neue Haltestelle eingerichtet. Die Anschlüsse erlauben es, dass man ohne langes Warten umsteigen kann, und das in beide Richtungen. „Der Bus hält auch in der Nähe des Tullner Krankenhauses bzw. des Uni-Standorts, womit diese wichtigen Einrichtungen nun auch aus Stockerau per Öffis erreichbar werden“, fasst Pfeiler zusammen.

Doch auch, wenn der neue Bus eine Errungenschaft für die Pendler bedeutet: Das langfristige Ziel ist, dass bald auch stündliche Züge ins Tullnerfeld bzw. in den Westen führen. Und der Rahmenplan des Ministeriums, der im Oktober präsentiert wurde, sieht in den nächsten Jahren noch weitere Verbesserungen für die Pendler der Region vor. Die Bahnsteige der Nordwestbahn sollen verlängert werden, was längere Züge erlaubt.

Zweigleisiger Ausbau

Außerdem zählt ein zweigleisiger Ausbau zwischen Stockerau und Retz zu den Planungsprojekten des Pakets. „Auf der eingleisigen Strecke werden aus kurzen Verzögerungen schnell Verspätungen von bis zu 20 Minuten“, weiß Grünen-Landtagsabgeordneter Georg Ecker aus Gesprächen.

Für Stadtchefin Völkl sind ein Viertelstundentakt, der derzeit in Korneuburg endet, und Investitionen in die Park&Ride-Anlagen sowie in den Lärmschutz durch moderne Züge wichtig. „Ich finde den Rahmenplan sehr, sehr gut. Wenn man will, dass die Menschen auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen, muss man attraktive Möglichkeiten schaffen. Dennoch ist der Lärmschutz bei uns ein großes Thema“, erinnert sie.