Sperren sorgten für Verkehrs-Chaos. Am Montagmorgen ging in der Innenstadt gar nichts mehr. Autofahrer und Wirtschaft kritisieren die Zustände.

Von Michaela Höberth und Veronika Löwenstein. Erstellt am 05. Oktober 2016 (06:10)
NOEN, Sturm
Rund um die Landstraße werden Kanal und Wasserleitungen saniert. Das sorgte am Montag für Chaos im Stadtverkehr.

„In Stockerau herrscht Chaos pur“, empörte sich eine Anruferin Montagvormittag. Sämtliche Wege in die Innenstadt seien gesperrt, das Spital in der Landstraße hätte sie nur über komplizierte Umwegen erreicht. Beim Falschabbiegen hatte ihr ein Polizist mit Führerscheinentzug gedroht, erzählt die verzweifelte Frau, die von einem „Schildbürgerstreich“ spricht.

Grund dafür sind nötige Sanierungen an den Wasserleitungen und dem Kanal. Hinzu kommt, dass auch der Jahrmarkt am Rathausplatz stattfand. Eine Kombination, über die ein Wirtschaftstreibender nur den Kopf schütteln kann: Er äußert massive Beschwerden. „Nicht nur die Landstraße, auch der gesamte Rathausplatz war geschlossen! Das ist geschäftsschädigend“, ist der Unternehmer wütend. Die Kunden könnten nirgendwo parken, weite Wege wollen nicht alle auf sich nehmen. „Wer zahlt mir den Verdienstentgang?“, will der Geschäftstreibende wissen.

„Seit Jahren gibt es wegen der Platzsperre Probleme, aber das wird von der Stadtgemeinde einfach ignoriert.“

Ein Unternehmer

Er kann über die Stadtregierung nur den Kopf schütteln: „Seit Jahren gibt es wegen der Platzsperre Probleme, aber das wird einfach ignoriert“, weiß er. Dabei sei eine Einbahn eine einfache Lösung. Dass der Markt kaum Besucher anzog und der Parkplatz deswegen leer blieb, schürt seinen Unmut nur noch.

SP-Stadtchef Helmut Laab ist über die Kritik verärgert: „Die Stadt bietet seit vielen Jahren eine großzügige Infrastruktur. Diese muss aber auch erhalten werden“, macht er klar. Lediglich drei Tage würden die derzeitigen Arbeiten am Kanal dauern, „wenn es aufgrund fehlender Sanierung zu Schäden kommt, dauert die Sperre deutlich länger“.

Es sei unverständlich, dass die Straßensperre für so viel Aufregung sorgt: „Die Maßnahmen entsprechen denen der Festspiele, und da ist die Innenstadt über Wochen ohne Probleme gesperrt“, argumentiert er. Auch rund um den Jahrmarkt hätte sich die Situation deutlich verbessert: „Früher konnte man gar nicht durchfahren.“