Stadterneuerung: Visionen für die Stadt. Beim ersten Termin wurden von den Bürgern viele neue Ideen gesammelt. Rund 50 Bürger nutzten die Gelegenheit.

Von Michaela Höberth. Erstellt am 15. Juni 2021 (12:03)
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Gedankenaustausch im Z2000: Beim ersten Termin der Stadterneuerung wurden in vier Gruppen Plus- und Minuspunkte gesammelt, ebenso wurden Visionen und Ziele für die Stadt formuliert. Am 16. Juni um 18 Uhr geht es weiter, ein Einstieg ist jederzeit möglich.
Höberth, Höberth

Ein Jahr lang hing die Stadterneuerung Corona-bedingt in der Warteschleife, am vergangenen Mittwoch konnte es endlich losgehen: Die Stadt und NÖ.regional luden zum Kick-off ins Z2000. „Wir konnten angesichts der Umstände nur schwer einschätzen, wie groß das Interesse sein wird“, so Andreas Eichler von NÖ.regional.

Nächster Termin am 16. Juni

Rund 50 Bürger nahmen am Gedankenaustausch teil, bei dem die Stärken und die Schwächen der Stadt sowie Visionen und Ziele gesammelt wurden. „Ein Einstieg ist jederzeit möglich!“, lädt Eichler zum Mitmachen ein. Schon am 16. Juni findet die nächste Veranstaltung statt.

Die Kernthemen, die teils schon seit Jahren diskutiert werden, wurden rasch aufs Tapet gebracht: Ein unzureichendes Radwegenetz, die hohe Verkehrsbelastung und zu wenige Verweilplätze in der Stadt waren heiße Themen. „Stockerau ist ein Parkplatz mit Wohnanbindung, nicht umgekehrt“, so die Kritik eines Teilnehmers. Und auch mehr Bäume und Grünflächen, mehr Lokale, Plätze für die Jugend und der Ausbau der sozialen Infrastruktur sind große Wünsche der Stockerauer.

Naherholung und viele Vereine als Plus

Doch die Stadt hat auch große Pluspunkte zu bieten, wie eine gute öffentliche Verkehrsanbindung, das Erholungszentrum und das Kulturprogramm. Gelobt wurden die Vereinslandschaft und – allen voran – das einzigartige Naherholungsgebiet Au. „Was die Stadt nicht spielt, das spielt die Au“, so die Conclusio. Dass es den Stockerauern an Visionen für ihre Stadt nicht fehlt, bewiesen sie mit vielen Ideen: Geht es nach den Bürgern, soll Stockerau in fünf Jahren „Umweltmusterstadt“, „Stadt der kurzen Wege“ oder „Stadt der Bäume“ sein.

„Der Kontakt mit den Bürgerinnen und Bürgern hat mir sehr gefehlt, umso mehr habe ich mich über das Engagement der Anwesenden gefreut“, zieht ÖVP-Bürgermeisterin Andrea Völkl nach dem ersten Abend Bilanz. „Altbekannte“ Themen seien ebenso aufgekommen wie viele neue Ideen. „Ich bin gespannt, welche davon sich in den Arbeitsgruppen als Projekte herauskristallisieren werden.“

Themenvorgabe als Kritik

Kritisch gesehen wurden von den Bürgern die kurzen Diskussionszeiten, ebenso, dass die übergeordneten Themengebiete bereits vorgegeben waren. Vermisst wurde auch die Auswertung der Bürgerbefragung vom Sommer 2020, die nun am 16. Juni präsentiert werden soll. Für die Gegner der geplanten Bebauungsrichtlinien hätte sich die Stadterneuerung als Werkzeug für mehr Bürgerbeteiligung angeboten.

„Beim nächsten Termin können sich die Beteiligten in Arbeitsgruppen eintragen, dann werden wir Projekte herausarbeiten“, kündigt Eichler an. Über die Sommermonate entwirft das Team von NÖ.regional dann ein Konzept, im September können die Arbeitskreise durchstarten. Stadtchefin Völkl hofft, dass in den nächsten drei Jahren viele Projekte umgesetzt werden. „Es ist sehr schön zu sehen, dass unseren Bürgerinnen und Bürgern trotz unterschiedlicher Zugänge vor allem eines wichtig ist, nämlich die Lebensqualität in unserer Stadt.“