Traditions-Gasthaus schließt: „Gesundheit hat Vorrang“. Das Traditions-Gasthaus „Zum schwarzen Elefanten“ schließt mit 29. August seine Pforten. Der Arbeitsalltag ist für das Wirtepaar Karl nicht mehr zu stemmen.

Von Michaela Höberth. Erstellt am 21. August 2019 (04:13)
Mohsburger
Bis auf Weiteres wird es imGasthaus „Zum Schwarzen Elefanten“ keinen Gastbetrieb mehr geben. Zimmer werden aber nach wie vor vermietet.Mohsburger

„Eigentlich wollten wir die 160 Jahre voll machen“, so Angela und Josef Karl. Ihr Traditions-Gasthaus „Zum schwarzen Elefanten“ sollte im nächsten Mai großes Bestandsjubiläum feiern, im Moment hat die Familie jedoch ganz andere Sorgen. „Wir schließen mit 28. August vorläufig unseren Gastbetrieb“, geben Josef und Angela Karl bekannt.

Denn die letzten Monate waren alles andere als leicht. „Seit April ist der Wurm drinnen“, erzählt Angela Karl. Langjährige Mitarbeiter haben den Betrieb verlassen, private Gründe gaben dafür den Ausschlag. „Keiner ist gegangen, weil es bei uns nicht gepasst hat. Und sie bleiben alle nicht in der Gastronomie, was alles über die Beliebtheit der Branche aussagt“, weiß sie.

„Viele mögen jetzt verständnislos reagieren und meinen, wir hätten wohl ein Luxusproblem, weil das Geschäft ja eh so hervorragend läuft. Aber die mussten wohl noch nie so etwas leisten“Angela Karl

Die Sommermonate mit den beliebten Grillabenden liefen daher unter verschärften Bedingungen ab. „Jeden Tag war das Haus übervoll, und das ist das eigentliche Problem“, schildert das Wirtepaar.

Denn die vielen Tage und Wochen, die nur mit Hilfe von Praktikanten, Aushilfen und den beiden Kindern der Gastwirte gestemmt wurden, haben ihre Spuren hinterlassen - physisch und psychisch. „Viele mögen jetzt verständnislos reagieren und meinen, wir hätten wohl ein Luxusproblem, weil das Geschäft ja eh so hervorragend läuft. Aber die mussten wohl noch nie so etwas leisten“, macht Angela Karl klar.

Und da mit Ende August nun auch die Aushilfen wegfallen würden, zieht das Paar im Hinblick auf die eigene Gesundheit einen Schlussstrich. „Der 29. August ist vorläufig unser letzter Tag“, so die beiden. Nur Zimmer werden nach wie vor vermietet.

„Wir müssen erst einmal wieder zu uns selbst finden“, erklärt Josef Karl. Denn die Probleme, mit denen die Gastwirte in der ganzen Stadt zu kämpfen haben, wie der Mangel an Fachpersonal, die Gerüchte, die in Stockerau oft verbreitet werden und die teilweise komplizierten und anspruchsvollen Gäste, haben dem Paar den Spaß an der Arbeit in den vergangenen Monaten immer mehr genommen.

„Es tut uns wirklich leid für unsere vielen tollen Stammgäste“, bedauern die beiden, die selbst noch nicht wissen, wie es weitergehen soll. Aber sie lassen sich dennoch nicht ihre Zuversicht nehmen. „Und wer weiß, vielleicht ist unser Jubiläumstag, der 18. Mai, ja ein gutes Datum für unseren Neubeginn“, hoffen sie.