Traditionsfirma „M-U-T“ wird verkauft

Erstellt am 18. Jänner 2023 | 05:40
Lesezeit: 3 Min
Stiftung wird sich als Eigentümer auf Immobilien fokussieren, mit dem neuen Produktionspartner soll Ausbau der Stockerauer Firma gelingen.
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Die Wurzeln der „M-U-T“, der Maschinen-Umwelttechnik-Transportanlagen GmbH, gehen auf das Jahr 1932 zurück, als das Ingenieurbüro in Stockerau gegründet wurde. Nach 91 Jahren sind die Eigentümer nun dabei, die Firma zu verkaufen.

Die Entscheidung dazu hat der Vorstand der Privatstiftung „Öko Unternehmensbeteiligungen“ getroffen, die einen 99 prozentigen Anteil an der Business Consultants-Management Service GmbH hält, zu der wiederum die M-U-T gehört. „Die Stiftungsvorstände verkaufen das gesamte Unternehmen, aber möglicherweise geteilt, da es Sinn macht, die jeweiligen Kompetenzen und das vorhandene Know-how aufzutrennen und damit durch neue Eigentümer zu stärken“, so Felix Steyskal, Vorsitzender der Stiftung.

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Felix Steyskal über den Verkauf: „Wir erwarten im Jänner die Ergebnisse.“
Foto: M-U-T

Er stehe im Gespräch mit verschiedenen Bewerbern. „Wir haben den Verkaufsprozess gemeinsam mit einer professionellen Unternehmensberatung durchgeführt und erwarten im Jänner die Ergebnisse“, führt er aus. „Wir versuchen selbstverständlich, alle Arbeitsplätze und den Standort zu erhalten und auszubauen.“ 145 Mitarbeiter sind am Standort Stockerau beschäftigt. „Wir gehen, je nachdem, wer der Übernehmer ist, davon aus, dass der Standort speziell im Fahrzeugbau sogar ausgebaut wird.“

Als Beweggründe gibt er an, dass sich die Stiftung anderen Geschäftszweigen – speziell der Immobilienverwaltung – widmen werde. Man werde sich „nicht mehr mit dem operativen Anlagenbau und Fahrzeugbau beschäftigen“.

Die Firma hatte mit Herausforderungen zu kämpfen: Der Stiftungsvorstand benennt höhere Kosten, höhere Energiepreise, die Covid-Pandemie und den Ukrainekrieg mit Verzögerungen oder Ausfällen bei Lieferanten.

In Stockerau soll weiterhin produziert werden

Als Herzstück des Betriebs wird die Kompetenz der Mitarbeiter gesehen – und das Produkt-Portfolio: „Angefangen vom klassischen Förderband bis hin zur Kunststoff-Sortieranlage, welche wir gerade in Prag gebaut haben, aber natürlich auch die Müllsammelfahrzeuge, immerhin sind wir in der Stadt Wien Marktführer“, schildert Steyskal.

„Auch unsere Umwelttechnik-Projekte können sich sehen lassen, gerade schließen wir die Wasserversorgung in Colombo (Sri Lanka) ab.“ Die Projektkosten bewegen sich mehrstelligen Millionenbereich.

Steyskals Vision im Bereich Fahrzeugbau ist, „dass Spezialaufbauten und speziell das Trommeldrehsystem weiter in Stockerau produziert und durch internationale Vertriebspartner verkauft werden“, erzählt er.

Die internationale Orientierung erfolge ganz bewusst: „Nur durch steigende Stückzahlen und ein Nischenprodukt hat ein kleiner österreichischer Betrieb die Chance zum Überleben. Massenprodukte, die in Billiglohnländern automatisch produziert werden, können in Österreich nicht kostendeckend hergestellt werden“, erläutert der Vorsitzende der Stiftung.

„Im Bereich der Fördertechnik hat M-U-T ein Spezial- Know-how, das durch einen Produktionspartner kostendeckender produziert werden kann“, setzt Steyskal fort.

In der Umwelttechnik werde ein Partner für die Umsetzung von internationalen Projekten gesucht: „Hier sind vor allem Finanzierungspartner gesucht, da die Vorfinanzierung im Projektgeschäft bei einem Auftrag von 40 Millionen Euro für einen kleinen Betrieb eine Herausforderung darstellt.“

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