Urnenwand in der Sebastianikirche geplant. Die Stadt bestätigt die Gerüchte um die neue Nutzung. Genehmigung steht noch aus.

Von Michaela Höberth. Erstellt am 13. Juli 2019 (05:13)
Höberth
In der Sebastianikirche soll eine Urnenwand geschaffen werden.

Es war einer der ersten Beschlüsse, den die neue Stadtregierung getroffen hat: Sie hat die bestehenden Mietverträge für die Sebastianikirche im Mai aufgelöst und damit den Verkauf des Gebäudes ermöglicht. Zuvor hatten die Verträge, die zwischen der Gemeinde und der Kommunalen Immobiliengesellschaft, also der 100-prozentigen Tochtergesellschaft der Stadt, bestanden haben, einen Verkauf verhindert. Dieser war von der ehemaligen SP-Regierung jedoch bereits zugesagt worden, und da die neuen Besitzer auch im Grundbuch eingetragen waren, wurde der Verkauf trotz kritischer Stimmen durchgezogen (die NÖN berichtete).

Der Sierndorfer VP-Gemeinderat Marius Engelbrecht und sein Geschäftspartner Rupert Beer haben das Gebäude und das Zinshaus an der Hauptstraße 52-54 übernommen. Was mit den Wohnungen im Zinshaus passieren soll, ist klar: Sobald sie frei werden, werden sie saniert. Die Preisfrage für die Stockerauer ist jedoch, welche Pläne die neuen Besitzer für die kleine Kirche haben: Laut Gerüchten soll darin eine Urnenwand errichtet werden, die Sebastianikirche wird demnach nicht öffentlich zugänglich sein.

Engelbrecht selbst will dazu nichts sagen. VP-Stadtchefin Andrea Völkl bestätigt die Gerüchte jedoch: „Mit diesem Projekt ist man an uns herangetreten. Es liegt aber beim Land, das Vorhaben entsprechend dem Bestattungsgesetz zu genehmigen“, erklärt sie. Sie selbst kann sich mit der Idee anfreunden: „Die Kirche wird schon lange nicht mehr sakral genutzt und war, außer im Rahmen des Weihnachtsmarkts der Soroptimistinnen, nie zugänglich. Es ändert sich also nicht viel.“