Völkl zu Aueschen-Thema: „Jeder muss sich bewegen“. Nach Gespräch mit Behörden steht für ÖVP fest: Eschen an Hauptwegen müssen weg. Bürger sind kritisch.

Von Michaela Höberth. Erstellt am 11. September 2019 (04:45)
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„Unterm Strich gibt es in der Au keinen gesunden Baum mehr“, bezieht sich Völkl auf Gespräche mit den Behörden.

Nach einem Runden Tisch mit Vertretern der Landesbehörden sieht sich VP-Stadtchefin Andrea Völkl in ihrer Ansicht bestätigt: Alle Eschen entlang der Hauptwege in der Au, ob erkrankt oder gesund, müssen aus Sicherheitsgründen entfernt werden.

SP-Holzer: „Wir werden dem nicht zustimmen“

„Laut Experten werden in ganz Österreich nur ein bis fünf Prozent der Eschen trotz dem Eschentriebsterben erhalten bleiben. Doch gerade in der Au haben die Bäume keine Chance: Durch den feuchten Boden setzt sich die Pilzerkrankung rasant fort“, macht Völkl klar. Damit bestehe selbst für jene Eschen, die noch nicht befallen sind, keine Überlebenschance – und damit eine Gefahr für die Au-Besucher.

Sie will mit den anderen Parteien einen Konsens über die weitere Vorgehensweise finden: Gemeinsam sollen die Hauptrouten definiert werden, alle anderen Bereiche der Au bleiben von den Maßnahmen unberührt. „Die Entnahme an den Wegen wird sehr behutsam passieren. Der Naturschutzstatus ist dadurch nicht gefährdet.“

Argumente, die die Oppositionsparteien wenig beeindrucken: Die FPÖ will das Thema intern diskutieren. „Wir wollen eine Lösung, die sowohl den größtmöglichen Erhalt unserer Au als auch die Sicherheit der Besucher beinhaltet“, so FP-Stadtrat Herbert Pohl.

Für SPÖ und Grüne hat der Runde Tisch nichts an ihrem Standpunkt verändert. „Wir werden dem nicht zustimmen“, stellt SP-Vizebürgermeister Othmar Holzer fest. Für ihn ist jeder abgeholzte Baum, der noch gesund ist, einer zu viel. „Wir haben nach wie vor vollstes Vertrauen in das Bauhof-Team rund um Franz Els, das seit Jahren nur die kranken Bäume entnimmt. Wenn es schneller gehen soll, braucht es eben mehr Personal.“

„Ich kann nicht damit leben, hier keine restlose Sicherheit zu schaffen.“Andrea Völkl

Grünen-Umweltstadtrat Dietmar Pfeiler rechnet vor: „Im Rahmen des Runden Tisches wurden von der ÖVP Wegrouten von rund zwölf Kilometern Länge genannt. Das sind, wenn an beiden Seiten der Wege 45 Meter bearbeitet werden, rund 100 Hektar.“ Er versteht nicht, warum der im Ausschuss einstimmig beschlossene Vorschlag, eine Beraterfirma hinzuzuziehen, von der ÖVP nicht beachtet wird. „Das hätte neben der Übernahme der Haftung viele Vorteile“, findet er. Auch wollte Pfeiler einen führenden Wissenschaftler zum Runden Tisch einladen, „das wurde von der ÖVP jedoch nicht ermöglicht.“

„In der Au gibt es unterm Strich keinen gesunden Baum mehr, und niemand kann in die Bäume hineinschauen“, kontert Völkl. Für sie gehe es um weit mehr als die Haftungsfrage: „Ich kann nicht damit leben, hier keine restlose Sicherheit zu schaffen. Das liegt in unserer Verantwortung.“ Und eine Kooperation mit der Wissenschaft sei mehr als erwünscht – jedoch im richtigen Rahmen. „Wir wollen einen Konsens finden“, kündigt sie an. „Das bedeutet aber auch, dass sich alle bewegen müssen.“

Doch nicht nur die Opposition, auch Bürger verfolgen die Pläne der ÖVP mit Argwohn: Sie haben Angst um die grüne Lunge Au. Auf Facebook werden Vermutungen angestellt, dass die ÖVP durch Fällungen schnelles Geld wittert. „Der Handlungsbedarf ist unumstritten, die Vorgehensweise dafür umso mehr!“, will man auf die gesunden Bäume nicht verzichten.