Während der Fahrt geschossen: 28-Jähriger in U-Haft. Nach Provokationen öffnete ein 28-Jähriger auf der S3 das Beifahrerfenster und schoss auf Kontrahenten. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen versuchten Mordes.

Von Michaela Höberth. Erstellt am 05. Juni 2019 (06:07)
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Nach dem Schuss auf der S3 laufen die Untersuchungen der Staatsanwaltschaft. Ein Schießsachverständiger wird den Fall prüfen.

Es ist ein Fall, der schockiert: Am 27. Mai soll ein 28-jähriger Mann bei der Fahrt auf der Weinviertler Schnellstraße (S3) auf den Pkw eines 55-Jährigen geschossen haben. Die Staatsanwaltschaft Korneuburg ermittelt wegen des Verdachts des versuchten Mordes.

Es soll an diesem späten Vormittag zu Provokationen zwischen den beiden Fahrern gekommen sein, bis der 28-Jährige die Beherrschung verlor: Er soll bei hohem Tempo das Fenster der Beifahrerseite geöffnet und auf den Wagen des 55-Jährigen geschossen haben, der sich auf gleicher Höhe befand. Das Projektil habe auf Kopfhöhe im Bereich der Seitenscheibe eingeschlagen, bestätigt der Sprecher der Staatsanwaltschaft Korneuburg, Friedrich Köhl. Der 55-Jährige, der aus dem Bezirk Hollabrunn stammt, blieb unverletzt.

Über den 28-Jährigen wurde die Untersuchungshaft verhängt. Er befindet sich in der Justizanstalt Korneuburg. 14 Tage laufe die Frist, heißt es seitens der Staatsanwaltschaft. „Es wurde ein Schießsachverständiger bestellt“, so Köhl auf NÖN-Anfrage über die neuesten Entwicklungen. Die Pistole, Kaliber 3,5 Millimeter, habe der Mann jedenfalls illegal besessen, es liege demnach (auch) ein Vergehen nach dem Waffengesetz vor. Die Waffe wurde sichergestellt.

Dass der Verdächtige so schnell gefasst werden konnte, war der Reaktion des 55-Jährigen zu verdanken: Er konnte nach dem Schuss das Kennzeichen des 28-Jährigen ablesen und gab es umgehend an die Polizei weiter. „Er ist der Polizei in Stockerau aufgefallen“, schildert Köhl.

Der Beschuldigte soll aus dem Bezirk Korneuburg stammen, nach Informationen der NÖN aus der Gemeinde Rußbach. Bürgermeister Hermann Pöschl konnte das nicht bestätigen: „Das höre ich zum ersten Mal, und ich bin viel in der Gemeinde unterwegs.“