Stockerau

Erstellt am 18. Januar 2017, 05:01

von Michaela Höberth

Wohnbauprojekt regt Anrainer auf. „Hier wird auf Teufel komm raus gebaut, ohne an die Folgen zu denken!“, schüttelt Katrin Berger den Kopf.

Nein zur Umwidmung: Die Bewohner rund um die Johann-Strauß-Promenade wollen nicht, dass das Wäldchen und die Natur hinter dem Straßenzug bald neuen Wohngebäuden und Straßen weichen muss.    |  Höberth

Sie wohnt in der Johann-Strauß-Promenade und ist von dem geplanten Wohnbau-Vorhaben auf den dahinterliegenden Feldern unmittelbar betroffen. Auf 40.000 Quadratmetern sollen dort sowohl Einfamilienhäuser als auch Wohnbauten entstehen (die NÖN berichtete). Der Gemeinderat legte in seiner letzten Sitzung mit einem Baulandsicherungsvertrag den Grundstein für das Projekt.

"Ein stadtentwicklerischer Bauchfleck“

„Aus meiner Sicht ist das ein stadtentwicklerischer Bauchfleck“, ist sich Berger sicher. Das betroffene Gebiet sei für viele ein Zentrum der Erholung, vor allem an den Wochenenden würde man hier gerne spazieren gehen und die Nähe zur Natur genießen.

Dass das kleine Wäldchen, das direkt an der Strauß-Promenade liegt, bald von einer Straße durchschnitten werden soll, will Berger nicht einfach hinnehmen. „Wir befürchten durch die geplante Straßenführung hinter unserem Garten eine Minderung der Wohnqualität und des Wertes unserer Immobilie“, so Berger.

„Uns wurde gesagt, dass hier nie gebaut wird!“

Dass Berger mit ihrer Meinung nicht alleine ist, zeigte sich am vergangenen Samstag: Nachdem bereits die Familie Keck, die in der querenden Nico-Dostal-Straße wohnt, auf das Vorhaben aufmerksam gemacht hatte, wurde nun von Berger zu einer Zusammenkunft aufgerufen. „Uns wurde immer gesagt, dass hier nie gebaut wird!“, fürchtet eine Anrainerin um ihre Lebensqualität.

Andere fühlen sich von der Stadt unzureichend informiert: „Die Information kam erst am 23. Dezember per Post. Die Frist für Stellungnahmen läuft jedoch nur bis 1. Februar!“, kritisierte man. Zudem seien nur wenige zur Informationsveranstaltung der Stadtgemeinde am 23. Jänner eingeladen worden.

Infoabend: Anregungen sollen miteinbezogen werden

SP-Bürgermeister Helmut Laab verweist auf den Infoabend: „Gemeinsam mit den zuständigen Experten soll es dort eine vernünftige Diskussion geben“, wünscht er sich. Man habe diesen Termin gewählt, um die Anregungen der betroffenen Bewohner noch miteinbeziehen zu können. Danach liegt es am Land, über das Projekt zu entscheiden. „Das heißt, es gibt derzeit nur Entwürfe, keine fixen Pläne“, betont Laab.

Mehr dazu in der aktuellen Ausgabe der Korneuburger NÖN.