Herulia sucht Mitglieder: „Können aufeinander zählen“. Die Stockerauer Studentenverbindung sucht junge Menschen, die neue Freundschaften knüpfen und für ihr späteres Leben lernen wollen.

Von Michaela Höberth. Erstellt am 03. Juli 2019 (04:58)
NÖN
Die Herulia stellte allen Gymnasiasten, die das Schuljahr mit einem ausgezeichneten oder einem guten Erfolg beendet haben, einen Büchergutschein zu Verfügung. Direktorin Claudia Reinsperger freute sich ebenso über den Zulauf wie Raika-Geschäftsleiter Franz Pösinger, Lucia Kirchner-Krämer von der Buchhandlung, die Couleurdamen Lena Förster und Sabrina Duffek, Senior Simeon Jantsch und sein Team sowie Philistersenior Ernst Lauermann.

Eine lange Schlange hatte sich am vergangenen Freitag vor der „Bude“, dem Treffpunkt der Studentenverbindung Herulia, gebildet. Viele Schüler des Gymnasiums, die das Schuljahr mit einem ausgezeichneten oder guten Erfolg beendet hatten, wollten sich ihren Büchergutschein für die Buchhandlung Kirchner-Krämer sichern. 50 oder 30 Euro – je nach Erfolg – hatte die Herulia den Schülern zugesagt. Die Freude über die gelungene Aktion war auf beiden Seiten groß: „Das ist etwas Gescheites!“, war Ernst Lauermann begeistert.

Zugegeben, ganz uneigennützig war die Aktion für die Herulia nicht. Denn der Verein, der seit 111 Jahren besteht, braucht junge Gesichter. Lauermann ist der sogenannte Philistersenior der Herulia und schon viele Jahre bei der Verbindung. „Das war früher in vielen Familien Tradition“, weiß er.

„Ich weiß noch, wie man uns in der Schule gesagt hat: ‚Nicht für die Schule, fürs Leben lernt man.‘ Bei der Herulia wird das wahr.“VP-Jugendgemeinderat Matthias Zagler

Und noch immer sind es Freundschaften und die eigene Familie, die das Interesse junger Menschen an der Verbindung wecken. „Ich bin durch meinen Bruder dazugekommen“, erzählt der frischgebackene Senior Simeon Jantsch, der damit der Jugend der Verbindung vorsteht. Geblieben ist er jedoch, weil er enge Freunde gefunden hat. „Ich kenne auch andere Vereine, aber der Zusammenhalt hier ist besonders“, sagt er.

Die vier Prinzipien Glaube, Wissenschaft, Vaterland und Freundschaft bilden das Leitbild der Herulia und auch der dazugehörigen Couleurdamen. Mit schlagenden Verbindungen will man sich nicht in einen Topf werfen lassen; die Jugendlichen ab der fünften Klasse sollen sich nicht auf Vitamin B verlassen, sondern wichtiges Handwerkszeug für ihr weiteres Leben erlernen. „Ich weiß noch, wie man uns in der Schule gesagt hat: ‚Nicht für die Schule, fürs Leben lernt man.‘ Bei der Herulia wird das wahr. Bereits unsere Jüngsten können Verantwortung übernehmen“, schildert VP-Jugendgemeinderat Matthias Zagler, der als Fuchsmajor seit Kurzem für die Neuzugänge zuständig ist.

Die Jugendlichen sind für die Führung der „Bude“ sowie für Veranstaltungen verantwortlich, können die Zukunft der Vereinigung mitbestimmen und müssen sich für finanzielle Ausgaben rechtfertigen. Die jährliche Sozialaktion, die heuer einem Alten- und Pflegeheim in Palästina zugutekommt, ist ein Fixpunkt. „Das macht oft viel Arbeit, aber wir können aufeinander zählen und kommen immer gern her“, spricht Jantsch aus Erfahrung.

Mit frischen Ideen wie der Bücheraktion will die Verbindung junge Menschen begeistern. Noch an zwei Terminen, dem 13. und dem 26. Juli, können Schüler mit ihren Zeugnissen vorbeikommen und sich ihren Gutschein für Lesestoff sichern. Doch auch so kann jeder, der sich für die Verbindung interessiert, einmal reinschnuppern.