In Stockerau bricht „kaos“ aus. Beim diesjährigen Theaterstück ruft das Team um Valerie Berger den „Stoxit“ aus.

Von Dieter Rathauscher. Erstellt am 17. Juli 2019 (10:16)
Rathauscher
Valerie Berger zeigt stolz das Textbuch des neuen Stücks „kaos“, das mitaktuellen Ereignissen aus Stockerau und aller Weltgespickt ist.

Bereits zum 6. Mal organisiert der Verein kunst&ko im September das Straßentheater. Aktualität ist beim neuen Stück, das von Vereinsobfrau Valerie Berger, Eva Kronberger und Erwin Litschauer mit Unterstützung von kunst&ko-Gründer Richard Maynau verfasst wurde, wieder Trumpf. So flossen der Brexit und das Ergebnis der Gemeinderatswahl in Stockerau in das Textbuch ein.

Der langgediente Bürgermeister Schwammerl wird abgewählt und zum Vize degradiert. Als die neue Bürgermeisterin auf Dienstreise ist, sieht er seine Zeit für Revanche gekommen und ruft den „Stoxit“ aus: Stockerau verlässt Österreich und die EU. Er verliert aber dank seiner Selbstüberschätzung die Kontrolle über die Ereignisse und führt Stockerau geradewegs ins „kaos“.

Wiedererkennungswert wichtig

kunst&ko-Obfrau Valerie Berger erzählt über den schwierigen Prozess der Drehbucherstellung: „Einerseits wollen wir die diesmal 27 Darsteller mit sinnvollen Rollen und Texten auf die Bühne bringen, andererseits soll das Stück nicht länger als eine Stunde dauern. Situationskomik und Humor dürfen nicht zu kurz kommen. Wie immer haben wir lokale Bezüge eingebaut, diesmal aber auch nationale und internationale.“

Zudem sollen der Dichter Nikolaus Lenau, die beiden Putzfrauen oder die Stadtpolizei, die in Anspielung auf aktuelle Gegebenheiten plötzlich unbedingt Pferde haben will, für Wiedererkennungswert sorgen.

Deshalb ist Berger auch dankbar, dass Richard Maynau nach seinem Wechsel zum Theater in Pregarten in Oberösterreich dem Straßentheater weiterhin zur Verfügung steht: „Er hat beim Konzept und der Ideenfindung geholfen und mit seiner langjährigen Theatererfahrung die Texte bühnenwirksam gemacht.“

Viel Unterstützung von allen Seiten

Ihr Dank gilt auch Stadtrat Christian Moser, der wieder eine Halle für die Probenarbeit zur Verfügung stellt. Familie Koy kümmert sich um den Wagen und die Rösser, Gerhard Zwickl hat dem Straßentheater außerdem wieder einen eigenen Wein gewidmet. Zudem dankt Berger den Stockerauer Betrieben für ihre rege Unterstützung, ohne die das Straßentheater nicht überleben könnte. Im Hintergrund hilft auch das Rote Kreuz bei der Bestuhlung und der Verpflegung.

Besonders stolz ist Berger da rauf, dass bei der derzeitigen Sonderausstellung des Bezirksmuseums Stockerau zum Thema Theater in Stockerau auch das Straßentheater berücksichtigt wurde.