In Stockerau in die Natur eintauchen. Mit einer unkonventionellen Idee wartet die Au-Gruppe in Stockerau auf: Sie will in einer Geländemulde den „Strauchwipfelweg“ errichten, der die Natur der Au erlebbar macht.

Von Michaela Höberth. Erstellt am 15. November 2020 (04:28)
Ein Teil des sechsköpfigen Teams der Au-Gruppe zeigte der NÖN die Geländemulde vor Ort: Gerhard Zwickl, Franz Els und Karl Kronberger.
Höberth

Es ist ein wahres Kleinod, das sich unweit der Hauptallee der Au gleich neben dem Falkensam-Gelände findet: Seit vielen Jahren besteht dort eine Mulde, die mittlerweile üppig mit Sträuchern und verschiedenen Baumarten verwachsen ist. „Man weiß nicht, wie sie entstanden ist“, erzählt Bauhofleiter Franz Els beim NÖN-Lokalaugenschein. „Wahrscheinlich wurde hier vor langer Zeit Schotter entnommen, aber es gibt keine Zeitzeugen mehr, die das bestätigen können.“

Die Au-Gruppe, die aus der Stadterneuerung hervorgegangen ist, will der alten Mulde nun neues Leben einhauchen: Sie plant, in diesem Bereich einen „Strauchwipfelweg“ anlegen. Die zündende Idee dazu hatte Architekt Werner Fürtner. Das Projekt ist Teil des naturpädagogischen Konzepts für die Au, an dem das sechsköpfige Team seit Jahren arbeitet. Unterstützung erhalten sie dabei von ÖVP-Bürgermeisterin Andrea Völkl.

So kann man sich den geplanten „Strauchwipfelweg“ vorstellen: Ein Holzsteg erlaubt einen barrierefreien Zugang zu der Mulde und führt direkt in die Kronen der Büsche. Die Steher werden aus dem Holzbestand der Au gefertigt, das Geländer soll aus Weidegeflecht entstehen.
Werner Fürtner/no architects

„Über einer natürlichen, stark bewachsenen Geländemulde soll – mit einem sich durch die Buschkronen schlängelndem Holzsteg – ein toller Vogelhotspot und attraktiver Rastplatz entstehen“, schildert Fürtner das Vorhaben. Durch die Mulde wäre ein barrierefreies Begehen vom vorbeilaufenden Weg aus für alle Altersgruppen möglich. Um den „Strauchwipfelweg“ unauffällig in seine Umgebung einzubinden, soll mit Holz und Weidengeflecht für das Geländer gearbeitet werden.

„Nicht das Bauwerk, sondern die Natur selbst ist unsere Hauptattraktion“, lautet das Credo der Gruppe. Finanziert werden soll der „Strauchwipfelweg“ über die Leader-Region. „Zusammen mit dem schon bestehenden Schilflehrpfad könnte ein regional einzigartiges Ausflugs- und Beobachtungszen trum entstehen“, hofft Fürtner auf eine Umsetzung der Idee.