Anrainer besorgt: „Uns fehlen wichtige Informationen“. Der Baustart zum neuen Siedlungsgebiet brachte Schwerverkehr, Staub und Lärm. Anrainer leiden unter der Situation.

Von Michaela Höberth. Erstellt am 23. Juni 2018 (04:00)
Höberth
„Ich mache mir Sorgen um meinen Sohn!“ Wolfgang Rehberger will seinenFerdinand in Sicherheit wissen. Dass der Bauverkehr durch das Wohngebiet fährt, will er sich nicht länger gefallen lassen.

Vor rund drei Wochen sind die Arbeiten zum neuen Siedlungsgebiet bei der Johann-Strauß-Promenade gestartet. Wie berichtet, sollen dort sowohl Wohnhäuser als auch Wohnbauten entstehen. Für die Anrainer brachte der Start der Bauarbeiten einschneidende Veränderungen.

„Durch den Straßenverlauf der Zufahrt wurden viele Bäume entfernt“, bedauert Michael Keck. Er und andere Bewohner der Gegend hatten sich im Vorfeld dafür eingesetzt, dass das kleine Wäldchen neben der Strauß-Promenade erhalten bleibt. Nun fährt dort der Baustellenverkehr, die schweren Geräte wirbeln im wahrsten Sinne des Wortes viel Staub auf. „Die Straßen gehören befestigt“, macht Keck bei einem Lokalaugenschein klar. Und auch Umwege durch das Wohngebiet gehen den Anrainern an die Nieren.

„Wir sind hierher gezogen, damit mein Sohn Ferdinand ohne Gefahr spielen kann“, erzählt Wolfgang Rehberger. Nun würden aber die Baufahrzeuge durch die Wohnstraße donnern. „Das ist eine verkehrsberuhigte Zone, das ist nicht erlaubt!“, macht Rehberger klar. Er wird nicht zögern, die Polizei zu rufen, sollte es erneut zu Problemen kommen.

„Wir sind hergezogen, damit mein Sohn ohne Gefahr spielen kann. Jetzt donnern Baufahrzeuge durch die Straße.“Wolfgang Rehberger, Bewohner

„Eigentlich sollte sich die Gemeinde darum kümmern. Die Bauträger können wir nicht kontaktieren; es gibt keine Informationen, welche Firmen an dem Projekt beteiligt sind“, so Rehberger und Keck. Dabei hätte ein Aushang völlig gereicht, um mehr über die Verantwortlichen und die weiteren Bau-schritte zu erfahren. Keck hofft, dass bald die Straße zur Heid-Fabrik von den Fahrzeugen genutzt wird, um Staub und Lärm in Grenzen zu halten. „Immerhin geht das noch lange so“, ist er sich der Ausmaße des Projekts bewusst.

Für SP-Stadtchef Helmut Laab ist unklar, warum die Bewohner nicht an die Stadt, sondern an die Zeitung herantreten. „Unsere Türen stehen allen offen, wir sind immer bereit, zu informieren.“ Die Kritikpunkte lässt er unkommentiert.