Strom für Augenspital. Im Augenspital in Burkina Faso fällt ständig der Strom aus. Bisamberger Verein will deshalb eine Photovoltaikanlage bauen.

Von Veronika Löwenstein. Erstellt am 17. Juni 2014 (08:12)
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In der Augenklinik werden jährlich 15.000 Patienten behandelt. Stromausfälle sind ein großes Problem.
Herbert Starmühler ist nicht nur Obmann des Vereins für Energie-Autarkie, sondern auch ehrenamtliches Mitglied der Hilfsorganisation „Licht für die Welt“. Drei Mal war der Bisamberger in dieser Funktion schon in Burkina Faso und hat das Augenspital Zorgho besucht.

Ziel: Photovoltaikanlage auf dem Dach des Spitals

Vor allem die ständigen Stromausfälle machen den Ärzten dort das Leben schwer. Starmühler hat sich deshalb ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Gemeinsam mit seinem Energie-Verein will er eine Photovoltaikanlage auf dem Dach des Spitals bauen.

Die Lebensbedingungen in dem westafrikanischen Staat sind äußert bescheiden, die Lebenserwartung liegt bei 55 Jahren. Viele leiden an Grauem Star, einer Trübung der Augenlinse, die zur Erblindung führt. Die Menschen können so ihre Familien nicht mehr unterstützen.

1.500 Operationen am Grauen Star pro Jahr

In Burkina Faso gibt es gerade einmal vier Augenärzte für die ländliche Bevölkerung. „Die Menschen sind oft 200 Kilometer mit dem Moped unterwegs, um das Spital zu erreichen“, erzählt Starmühler.

In Zorgho behandeln ein Augenarzt und eine Chirurgin für Grauen Star jedes Jahr 15.000 Patienten und führen mehr als 1.500 Operationen durch. „Die Operationen dauert keine 15 Minuten, am nächsten Tag wird der Patient entlassen“, erklärt er. Das größte Problem, mit dem die Ärzte zu kämpfen haben, ist aber die mangelhafte Stromversorgung.

„Die Anlage soll qualitätsvoll und gut überprüft sein“

„Strom gibt es überhaupt nur entlang der Straßen“, schildert Starmühler. Das Augenspital ist zwar an das Stromnetz angebunden, „aber der Strom fällt jeden Tag aus“, sagt der Bisamberger, „oft sogar für fünf Stunden.“ Und der Diesel für das Aggregat ist wahnsinnig teuer. „Dafür scheint die Sonne aber zwölf Stunden am Tag!“

Diesen Umstand will er sich jetzt zunutze machen und das Spital mit einer rund 20 Quadratmeter großen Photovoltaikanlage ausstatten, die acht Kilowatt Strom liefert. Gemeinsam mit Salia Konate, einem Elektrotechniker aus Burkina Faso, der in Wien studiert hat und auch hier lebt, traut er sich über das Vorhaben. „Die Anlage soll qualitätsvoll und gut überprüft sein“, so seine Zielsetzung. Deshalb soll sie auch mittels Fernwartung von Österreich aus kontrollierbar sein.

25.000 Euro kostet die Anlage in der ersten Stufe. Rund 3.000 Euro hat der Verein schon aufgebracht, der Rest soll über Spenden finanzier werden. Starmühler hofft, dass sich auch Firmen für das Projekt begeistern können und zum Beispiel statt Weihnachtsgeschenken etwas spenden. Nähere Informationen unter herbert@starmuehler.at oder Tel. 0664/3141515.