Bezirk Korneuburg: Wer nicht Ski fährt, baut Iglus. Die Schüler im Bezirk Korneuburg flitzen gerne über die Pisten. Nur der NMS Stockerau fehlte es an Teilnehmern.

Von Herwig Mohsburger. Erstellt am 15. Januar 2020 (05:48)
Durch Schulskikurse kommen viele Kinder erstmals auf die Bretter, die in Österreich die (Ski-)Welt bedeuten.
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Sind Schulskikurse aus der Mode gekommen? Im Bezirk jedenfalls nicht, fast alle Schulen bieten nach wie vor Skiwochen an. Nur in der Kreativ-Mittelschule in Stockerau fanden sich nach 2019 auch heuer nicht genügend Teilnehmer.

Turnlehrerin Dagmar Bodisch sucht nach Gründen, warum sich immer weniger ihrer Schüler für den Skikurs interessieren: „Vielleicht sind es die Kosten für die sonst nicht verwendete Skibekleidung“, mutmaßt sie. Und tatsächlich sind die Teilnahmekosten in allen Schulen ein wichtiger Faktor. Mehr als 350 Euro müssen Eltern für eine Skikurswoche einplanen. Ist diese Belastung zu groß, gibt es meist eine Unterstützung.

„Wollen eine super Woche bieten“, sagtNMS-Direktor ReinhardRössler.privat
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In der Sport- und Kreativmittelschule Korneuburg sei der Verzicht auf Schulskikurse kein Thema, so Direktor Reinhard Rössler. Die Schule versuche, „eine super Woche zu bieten“, so der Schulleiter. Dabei bleibt man dem Bundesland meist treu, das Hochkar ist eines der Ziele. Neben dem Elternverein bieten Organisationen wie Lions oder Rotary im Ernstfall eine finanzielle Hilfe an, den Antrag stellt die Schule.

Auch die zweiten und dritten Klassen der Neuen Mittelschule in Harmannsdorf fahren regelmäßig auf Schulskikurs. Meist bleibt kein einziger Schüler daheim, denn für die Nicht-Skisportler gibt es eine Alternativgruppe. „Die Schüler fahren auch auf den Berg, dann stehen aber Schneeschuhwandern, Iglu bauen und Langlaufen am Programm“, erzählt Schuldirektor Stefan Gamper. „Das Finanzielle soll dabei kein Hindernis sein, der Elternverein hilft“, erklärt Gamper.

„Skikurs-Absage istkein Thema“, betont AHS-DirektorinClaudiaReinsperger.
NOEN

Auch im Stockerauer Gymnasium sind die Skikurse beliebt. Im Vorjahr kam es zu einem tragischen Unfall, ein Lehrer ist beim Skikurs tödlich verunglückt. „Das bei uns natürlich ein sensibles Thema. Es gab aber nie die Überlegung, dass der Skikurs nicht mehr stattfindet“, erklärt Direktorin Claudia Reinsperger.

Die zweiten, dritten und fünften Klassen fahren auch heuer auf Skikurs, nur wenige Schüler bleiben daheim. „Wir achten aber darauf, dass kein Kind wegen der Kosten daheim bleiben muss“, so Reinsperger. Bei Bedarf springt der Elternverein ein.

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