Giftalarm für Haustiere in Würnitz. Früher sind Mäuse und Ratten durch das Gift innerlich verblutet, nun sollen sie einfach einschlafen. Werden sie von Hund oder Katze erlegt, sind auch diese in Gefahr.

Von Herwig Mohsburger. Erstellt am 26. November 2020 (04:49)
Wenn der Stubentiger apathisch, schläfrig oder appetitlos ist, kann eine Vergiftung die Ursache sein.
Mohsburger

Vor gefährlichen Vergiftungen bei Hunden und freilaufenden Katzen warnt der Würnitzer Tierarzt Wolfgang Babinek. Konkret geht es um ein Mäuse- und Rattengift, das den Stoff Alpha Chloralose enthält. Dabei handelt es sich um ein Narkotikum statt den früher gebräuchlichen Blutgerinnungshemmern.

Die Dosis ist hoch genug, dass Nager erst betäubt werden und schließlich daran sterben, erklärt Babinek. Da das Gift süßlich schmeckt, fressen es die Tiere gerne. Sind sie betäubt, werden sie zur leichten Beute. Wenn ein Hund oder eine Katze diese Nager frisst, nehmen sie auch das Narkosemittel auf; nicht unbedingt in sofort tödlicher Dosis, aber ausreichend für eine Vergiftung.

„Ich habe in diesem Sommer mindestens zwölf dieser Vergiftungsfälle zu behandeln gehabt“Würnitzer Tierarzt Wolfgang Babinek

Typische Symptome einer Vergiftung mit der Chemikalie sind laut Babinek Apathie, Schläfrigkeit und Appetitlosigkeit.

„Ich habe in diesem Sommer mindestens zwölf dieser Vergiftungsfälle zu behandeln gehabt“, erklärt der Tierarzt. Wichtig sei rasches Handeln der Tierbesitzer, wenn sich die Symp tome zeigen, denn auch Langzeitschäden sind nicht ausgeschlossen. „Frisst eine Katze mehrere Tage nichts, droht bereits eine Leberverfettung, die nicht mehr komplett austhe rapiert werden kann“, so Babinek. Daher dürfe man nicht zuwarten, sondern müsse rasch den Tierarzt aufsuchen.

Be handelt werden die Tiere dann zumeist mit Infusionen und harntreibenden Medikamenten, um das Narkosemittel auszuspülen.