Trauer um ehemaligen Pfarrer Horst Köbke. Köbke hat die evangelische Pfarrgemeinde Korneuburg wesentlich mitgeprägt.

Von Büro Korneuburg. Erstellt am 15. Januar 2021 (12:47)
Evangelische Pfarre

Pfarrer Horst Köbke wirkte 30 Jahre lang in der evangelischen Pfarrgemeinde Korneuburg. Am 26. Dezember 2020 ist er im 87. Lebensjahr verstorben, die Verabschiedung erfolgte am 13. Jänner 2021 in Stockerau im engsten Familienkreis.
Er hat viele Menschen unterrichtet, getauft, getraut, beerdigt und war als Seelsorger für sie da.

Als Köbke am 21. Jänner 1968 als evangelischer Pfarrer Korneuburgs feierlich in sein Amt eingeführt wurde, lag die Fertigstellung des neuen Kirchengebäudes, in dem heute die Gottesdienste gefeiert werden, nicht einmal fünf Jahre zurück. Köbke eilte der Ruf voraus, ein „ganz hervorragender, junger, engagierter Pfarrer zu sein“, wie es der damalige Superintendent der Steiermark, Leopold Achberger, ausdrückte. Achberger musste es wissen, denn Köbke absolvierte ab 1960 sein Vikariat im steirischen Gaishorn und diente dieser evangelischen Gemeinde in Folge von November 1962 bis Ende 1967 als Pfarrer.

Dabei war Köbkes Berufsweg in Österreich alles andere als vorgezeichnet. Denn immerhin erblickte er 1934 in Berlin das Licht der Welt. Erst die Wirren des Zweiten Weltkriegs mit dem traumatischen Erlebnis, nach einem Bombentreffer im Luftschutzkeller drei Tage verschüttet zu sein, führte die Familie auf der Flucht nach Stockerau. Nach einer Ausbildung zum Feinmechaniker im elterlichen Betrieb und der Matura 1952 entschied sich Köbke für das Studium der Medizin. Ein „Berufungserlebnis“ im Krankenhaus brachte ihn schließlich an die evangelisch-theologische Fakultät in Wien und in Folge auf den Weg des Pfarrers.

Horst Köbke wirkte bis 1997 in Korneuburg – als Pfarrer, Religionslehrer und Musiker. "Es war eine Zeit, in der sich das Bild des Pfarrers kontinuierlich wandelte. Das Selbstverständnis eines „Pfarrherren“, der eine evangelische Gemeinde dominierte, wurde zunehmend aufgeweicht – das Gemeindeleben demokratischer, vielfältiger und emanzipierter", schreibt Werner Pelz in einem Nachruf für die evangelische Pfarre.  "Köbke war ein begnadeter Prediger, der es verstand, Bibelstellen auch munter gegen den Strich zu bürsten", heißt es weiter. Ebenso war er ein begeisterter und begeisternder Musiker. Mit Leichtigkeit begleitete er – der auch Operngesang, Klavier und Komposition studiert hatte – den Gemeindegesang an der Orgel, während er gleichzeitig jede Strophe mit seiner markanten Baritonstimme selbst intonierte. Mit dem von ihm gegründeten „Jugendorchester“ und einer Big Band absolvierte Köbke zahllose öffentliche Auftritte. 1990 verlieh ihm die Stadtgemeinde Korneuburg für seine Verdienste den Kulturpreis und die Ehrenmedaille.

Eine große Stütze war ihm stets seine Frau Hilde, ebenso wie die Kinder Christa, Peter und Michael. Nach seiner Pensionierung zog sich Köbke mit seiner Frau nach Stockerau zurück. Hier leitete er eine Zeit lang die Schützenkapelle, spielte das erst in der Pension erlernte Horn im Symphonieorchester und leistete in der katholischen Pfarrkirche Dienst als Organist. "
Horst Köbke war ein wichtiger Wegbereiter für Menschen und Institutionen", bedankt sich die Pfarre in dem Nachruf für sein Wirken.