Junge Generation Korneuburg: „Wir haben Platz!“. Nach NEOS, SPÖ und Grünen fordert jetzt auch die Junge Generation in Korneuburg, das leer stehende Gebäude für Flüchtlinge zu nutzen. Immerhin zahlt die Republik weiter Miete.

Von Veronika Löwenstein. Erstellt am 16. September 2020 (04:36)
Das ehemalige Flüchtlingsheim in der Johann-Pamer-Straße steht leer. „Wir haben Platz!“, skandieren Stefan Tmej, Alexander Bruny, Patricia Katsulis und Sebastian Tmej (v.l.) vor dem Gebäude.
privat

Schon vor dem Brand im Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos forderten NEOS, SPÖ und Grüne in der letzten Gemeinderatssitzung gemeinsam eine Resolution an den NÖ Landtag für die Aufnahme von bis zu 25 unbegleiteten Kindern oder Familien mit Kindern. ÖVP und FPÖ lehnten die Aufnahme des Antrags auf die Tagesordnung ab.

Unter dem Schlagwort „Wir haben Platz!“ setzt die Junge Generation (JG) Korneuburg jetzt nach: „Wir können nicht zusehen, wie Menschen unter menschenunwürdigen Bedingungen leben müssen, während wir in Korneuburg ein leerstehendes Flüchtlingsquartier in der ehemaligen SDV-Schule haben“, schreibt die Vorfeldorganisation der SPÖ. Tatsächlich steht das Objekt in der Johann-Pamer-Straße seit 1,5 Jahren leer. Die Immobilie wurde im Jahr 2015, am Höhepunkt der Flüchtlingskrise, vom Innenministerium angemietet. Aufgrund eines Kündigungsverzichts bis 31. August 2025 zahlt die Republik weiterhin monatlich 31.735 Euro an den privaten Vermieter.

Das Innenministerium bestätigte auf NÖN-Anfrage die lange Mietdauer. Man sei gesetzlich verpflichtet, Vorsorgekapazitäten zu schaffen. Die aktuelle Situation in Zusammenhang mit Covid-19 und der damit verbundene erhöhte Bedarf an Unterbringungskapazitäten zeige deutlich, wie wichtig es sei, unvorhersehbare Unterbringungsengpässe zu vermeiden. Deshalb sei eine mehrjährige Vertragslaufzeit nicht unüblich, „zudem es Aufgabe des Bundes ist, auch in Krisenzeiten funktionsfähig zu bleiben“, so ein Sprecher des Innenministeriums.