Flüchtlinge als Ersthelfer:„Haben nicht lange überlegt“. Unfall gegenüber der Flüchtlingsunterkunft. Afghanen halfen sofort.

Von Theodora Höger. Erstellt am 26. Oktober 2016 (05:00)
Höger
Die Retter vor dem demolierten Unfallauto: Jalil Haidari, Ali Reza Mohammadi, Mohammad Nabi Mohammadi, Akbar Yaqubi und Schram HosseinAhmadi (v.l.).

Der Donnerstag ist gerade eine halbe Stunde alt, da hallt ein lauter Knall durch Unterhautzental. Mehrere junge Männer, alle aus Afghanistan, eilen sofort auf die Straße. Sie sehen einen umgedrehten Audi, der von der regennassen Fahrbahn abgekommen ist. Darin zwei junge Österreicher. Die Afghanen zögern keine Sekunde, den Verunfallten zu helfen.

Unfallopfer aus Wagen befreit

Schram Ahmadi, einer der jungen Männer, die sofort über den Bach gehechtet sind, um die Verunfallten zu befreien, erzählt: „Wir haben gesehen, da stimmt etwas nicht. Dann haben wir nicht lange überlegt.“ Er war es auch, der die Tür des umgekippten Autos öffnete, danach halfen die Afghanen den Unfallopfern aus dem Fahrzeug und versorgten sie bis zum Eintreffen der Einsatzkräfte in ihrer Flüchtlingsunterkunft mit warmem Tee.

Der Lenker wurde mit der Rettung ins Krankenhaus gebracht, er kam mit einem gebrochenen Finger davon. Sein Beifahrer musste zur Einvernahme auf die Polizeidienststelle Hausleiten, um abzuklären, ob die beiden Männer zum Zeitpunkt des Unfalls alkoholisiert gewesen waren.