FPÖ-Aussendung zu Asyl-Unterkunft sorgt für Polit-Zwist. Die FPÖ fordert die „rasche Schließung“ der Asylunterkunft „Pension Hedwig“. Grüne und ÖVP sind über Vorwürfe empört.

Von Karin Schuhböck. Erstellt am 22. Januar 2020 (06:10)
Derzeit leben 17 junge Männer in der Asylunterkunft „Pension Hedwig“. Laut FPÖ gab es dort Polizeieinsätze. Betreuer und Grünen-Kandidat Alfred Collmann und die ÖVP verteidigen die Einrichtung.
Archiv/privat

Im freiheitlichen Gemeindekurier fordern FPÖ-Gemeinderat Robert Koppensteiner und sein neues Team die rasche Schließung der Asylunterkunft „Pension Hedwig“. In der Aussendung, die an jeden Haushalt der Großgemeinde erging, wird behauptet, dass es immer wieder zu Polizeieinsätzen kommt oder in Nacht-und- Nebel-Aktionen Personen versteckt werden, um der drohenden Abschiebung zu entgehen. Diese Unterkunft sei eine „tickende Zeitbombe“ und stelle ein Gefahrenpotenzial dar, heißt es in dem Schreiben.

„Uns wurden diese Vorkommnisse von den Bürgern zugetragen. Ehrlich gesagt wundert es mich, dass nicht auch andere Parteien das Thema behandelt haben“, so Koppensteiner. Die FPÖ sei nie ein Freund der Unterkunft gewesen und habe das Thema daher im Sinne des klassischen freiheitlichen Standpunkts aufgegriffen. „Das ist auch nicht als Kritik an den Grünen gedacht. Mittlerweile ist unsere Unterkunft aber die einzige im Bezirk, das macht uns nicht glücklich“, macht Koppensteiner klar.

Polizei: Keine Einsätze in Unterkunft

Alfred Collmann, Wahlkandidat der Sierndorfer Grünen, der die Asylwerber in der „Pension Hedwig“ seit 2015 betreut, wehrt sich vehement gegen diese Vorwürfe: „In diesem Blatt werden nur Unwahrheiten verbreitet! Es gibt keine Polizeieinsätze und wir verstecken auch niemanden. Ganz im Gegenteil: Wenn jemand nach drei Tagen nicht in der Pension auftaucht, wird er sofort abgemeldet. Und die Polizei kommt nur dann ins Haus, wenn amtliche Schriftstücke persönlich zugestellt werden müssen oder wenn einmal jährlich die Überprüfung der Asylunterkunft stattfindet.“

Und er versichert: „Wenn etwas Gravierendes vorfallen würde, wäre ich der Erste, der es melden würde.“ Der zuständige Polizeiposten Hausleiten bestätigt, dass die Beamten noch nie zu Gewaltdelikten oder Straftaten in die Unterkunft gerufen wurden.

Unterhautzentals ÖVP-Ortsvorsteher Reinhard Hochfelsner zeigt sich über die Aufforderung zur Schließung verwundert: „Sicher gab es anfangs eine negative Stimmung in der Bevölkerung, aber es ist alles viel besser gelaufen, als wir gedacht haben.“ Was ihn besonders ärgert, ist die Tatsache, dass gerade jetzt von der FPÖ die Schließung der Unterkunft gefordert wird: „Vor fünf Jahren ist keiner zu uns gekommen und hat gefragt, wie es uns damit geht, und von der FPÖ war auch nie jemand da, um sich von der Situation vor Ort ein Bild zu machen. Jetzt ist es eindeutig zu spät dafür.“

ÖVP-Bürgermeister Gottfried Muck ist der gleichen Meinung: „Durch die Unterstützung einiger Personen, allen voran Alfred Collmann, hatten wir nie Pro bleme mit den Asylanten. Es hat nie Konflikte gegeben, und wenn Meinungsverschiedenheiten bestanden, haben wir darüber gesprochen. Ich kann absolut nichts Negatives sagen.“