„Pension Hedwig“: Polit-Zwist nach Kritik an Asylheim. Erneuter Polit-Streit um die Unterkunft in Unterhautzental: FPÖ und ÖVP wollen Schließung.

Von Karin Schuhböck. Erstellt am 02. Dezember 2020 (05:04)
Die „Pension Hedwig“ in Unterhautzental scheidet in der Gemeindepolitik seit Jahren die Geister. Grüne und SPÖ stehen zu der Asylunterkunft, ÖVP und FPÖ sind strikt dagegen.
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Fünf Jahre ist es her, dass die ersten Flüchtlinge in der „Pension Hedwig“ untergebracht wurden. Das Gebäude wurde damals von einer Privatperson gekauft und dem Land NÖ als Flüchtlingsunterkunft zur Verfügung gestellt. Seit damals nehmen die Diskussionen rund um die Asylunterkunft in dem 273-Seelen-Ort Unterhautzental kein Ende: FPÖ-Obmann Robert Koppensteiner reagiert mit Kritik auf einen NÖN-Artikel (KW 47), in dem Betreuer und Grünen-Obmann Alfred Collmann eine Bilanz über die bisherige Arbeit mit den Asylwerbern zog.

Alfred Collmann, Grüne: „Unterhautzental lebt nicht in Angst und Schrecken.“
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„Die Bevölkerung ist keineswegs so glücklich und zufrieden mit den Bewohnern, wie das Collmann darstellt. Erst vorige Woche wurde ich von Unterhautzentalern kontaktiert, da mit einem Reisebus zahlreiche Neuankömmlinge in die ‚Pension Hedwig‘ überstellt wurden“, schildert Koppensteiner einen aktuellen Anlass. Derzeit würden „29, ausschließlich junge Männer“ in der Unterkunft wohnen. Gerade in jüngster Zeit hätten sich die Meldungen, wonach sich diese nicht an die Ausgangsbeschränkungen halten würden, gehäuft. Zudem würden die Bewohner der Pension Spiel- und Sportplätze „belagern“, ergänzt Koppensteiner. Frauen und Mütter seien „besonders beunruhigt“.

Für Koppensteiner ist klar: Die Unterkunft sollte geschlossen werden. Und mit dieser Meinung ist er nicht alleine: Auch ÖVP und SPÖ wurden über die Vorkommnisse der letzten Woche informiert. Während die SPÖ Collmann den Rücken stärkt, sieht ÖVP-Bürgermeister Gottfried Muck keine Zukunft mehr für die Unterkunft: „Ortsvorsteher Reinhard Hochfelsner und ich sind schon seit Längerem mit den zuständigen Büros im Land NÖ in Kontakt, mit dem Ziel, die Asylunterkunft aufzulösen“, so Muck. Die Bürgerliste (BGS) wollte sich zu diesem Thema nicht äußern.

Robert Koppensteiner, FPÖ: „Frauen und Mütter sind besorgt.“
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Doch Koppensteiner hat noch weitere Kritikpunkte: Er sieht nicht ein, warum die Asylwerber Arbeit für die Gemeinde geleistet haben, die noch dazu überbezahlt gewesen sei. Muck wehrt sich: „In der Gemeinde bekommen die Asylwerber für diese Tätigkeiten 3,50 Euro, vorgeschrieben wird ein Betrag von 3 bis 6 Euro“, führt er vor Augen. Und Koppensteiner greift auch Collmann an: Er setze Flüchtlinge für private Arbeiten ein, sie sollen bei ihm Bau- und Renovierungsarbeiten durchführen. Collmann widerspricht Koppensteiners Vorwürfen in allen Punkten: „Ich habe nie behauptet, dass die Unterhautzentaler glücklich über die Asylwerber sind, sondern habe lediglich gesagt, dass es Gott sei Dank keine Probleme mit den Asylwerbern und der Bevölkerung gibt“, stellt er klar.

Auch über die Kritik, dass Asylwerber bei ihm zu Hause Bauarbeiten durchführen würden, kann er nur den Kopf schütteln: „Das ist ein blanker Unsinn.“ Bei ihm seien drei ehemalige Asylwerber wohnhaft und gemeldet, die er aus seinem privaten Vermögen unterstützt. „Sie kosten den Staat keinen Cent“, versichert Collmann.