„harmony4kids“ in Würnitz sucht noch Spender. Kinder in besonders belastenden Situationen sollen zumindest stundenweise dem tristen Alltag entfliehen können.

Von Robert Simperler. Erstellt am 05. Mai 2019 (07:03)
Simperler
„harmony4kids“-Gründerin Uschi Ledvina (li.) und Helferin Sabine Weilinger sind unermüdlich im Einsatz für den Verein und die Kinder.

Kindern in schweren Zeiten – etwa ein Pflege- oder Trauerfall in der Familie – sowie Scheidungskindern und Mobbingopfern die Möglichkeit zu geben, ihrem Alltag einmal die Woche zu entfliehen, hat sich der Verein „harmony4kids“ zum Ziel gesetzt. Die Idee dazu ist bei Gründerin Uschi Ledvina aus Würnitz im September 2017 entstanden, wie sie erzählt.

Auslöser waren ihre Töchter, weil Ledvina ihren Vater nach einem Schlaganfall zehn Jahre lang daheim gepflegt hatte. „Das waren zehn Jahre mit wenig Freizeitbeschäftigungen mit den Kindern und ständiger Rücksichtnahme auf den Vater“, so Ledvina.

Intensive Suche nach Unterstützern

Als sie beschloss, ihren Vater in ein Pflegeheim zu überstellen, schütteten die Töchter ihr Herz aus, wie sie darunter gelitten hatten, immer wieder auf ihren Opa Rücksicht nehmen zu müssen. Dies war der Moment, als Ledvina klar wurde, „dass ich meinen Töchtern nicht mehr die Kindheit zurückgeben konnte, aber anderen Kindern in ähnlicher Situation eine Auszeit geben kann.“

Deshalb machte sie eine Ausbildung zur diplomierten Gesundheitspädagogin für Kinder. Im November 2018 gründete sie mit Mitstreiterinnen den Verein „harmony4kids – Auszeit für Kinder in belasteten Situationen“, so der volle Titel.

Die Betreuungsstunden bestehen aus einem Bewegungs-, einem Entspannungs- und einem Kreativteil, doch auch Spiel und Spaß kommen laut Ledvina nicht zu kurz. Darüber hinaus haben die Kinder Gelegenheit, Gleichgesinnte zu treffen.

In ganz Österreich gibt es kein vergleichbares Angebot. Der Vereinssitz befindet sich in Würnitz, die Trainings werden im Bildungsheim Großrußbach und teilweise in Wien angeboten. Natürlich bedarf es finanzieller Mittel, um diese Einrichtung am Leben zu erhalten. „Wir haben einzelne Paten gefunden, sind aber weiterhin intensiv auf der Suche nach Sponsoren, die auch Kindern aus finanziell schwachen Familien die Trainings ermöglichen“, so Obfrau und Vereinsgründerin Ledvina. Nach ihrem Wunsch soll es diese Einrichtung künftig österreichweit geben.