Fernweh sorgt für gute Buchungslage

Erstellt am 28. März 2023 | 20:00
Lesezeit: 4 Min
Reisen 2023
Bei Klaudia Mayerhuber von Ruefa in Korneuburg wird eifrig gebucht.
Foto: privat
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Die Preise sind gestiegen, aber viele Reisekassen sind gut gefüllt. Türkei, Griechenland und Ägypten liegen im Sommertrend.

Nach den Corona-Einschränkungen wollen die Menschen wieder auf Urlaub fahren. Die Reisebüros freuen sich über eine gute Buchungslage. „Man merkt, es gibt bei den Menschen noch Aufholbedarf“, sagt Eva Palatin vom Reisebüro Moser in Stockerau. Die Preise seien insgesamt für alle Destinationen gestiegen, die Buchungen sind aber sehr gut angelaufen. Traditionell geht das Sommerurlaubsgeschäft im April mit Kreuzfahrten los. Da ist das Angebot wieder besser, „wir bekommen auch wieder Kataloge“.

Besonders für Familien ist die Türkei im Sommer interessant. „Attraktionen wie Wasserrutschen punkten“, weiß Palatin. Stark nachgefragt ist auch Griechenland. Anders sieht es für die Obere Adria aus: „Die ist einstweilen nicht der Renner.“ Allerdings ist die Nachfrage nach dem Bäderbus als Alternative zum eigenen Fahrzeug groß.

Deutlich im Kommen sind laut Palatin Bahnreisen. „Egal ob zu den Bregenzer Festspielen oder in Kombination mit Bernina- oder Glacier-Express in der Schweiz, es gibt mehr Buchungen“, sagt Palatin. Bei der Bahn kommt auch der Trend zu Individualreisen durch, so wurde eine Reise mit dem Zug durch Usbekistan gebucht.

Anders als noch vor einigen Jahren müssen es nicht immer exakt 14 Tage Aufenthalt sein. „Viele Veranstalter etwa in der Türkei bieten auch neun oder zwölf Tage an“, erklärt Palatin. So lässt sich der Urlaub leichter an die Finanzen anpassen.

Bei Klaudia Mayerhuber von Ruefa in Korneuburg wird schon eifrig gebucht. „Auch Familien reisen wieder“, sagt sie. Auch bei ihr sind die klassischen Reiseziele im Sommer Griechenland, Türkei und Ägypten. Auffallend: Die Selbstfahrer werden mehr, ihr Hauptziel ist Kroatien. Mit dem Frühbucherbonus, der noch bis Ende März gilt, können Reisende einiges sparen, sagt Mayerhuber. Allerdings ist laut der Expertin nach den Corona-Jahren zu erkennen: „Die Reisekassen sind gut gefüllt.“ Und wenn das Budget nicht ganz ausreicht, kann durch fachgerechte Beratung noch etwas eingespart werden.

Beratung ist deutlich wichtiger geworden, denn viele Anbieter sparen bei der Katalogproduktion. So mancher Konsument finde sich dann auf den Online-Portalen der Reiseanbieter nicht zurecht. „Wir machen zunächst eine Bedarfserhebung, dann folgt eine Live-Beratung“, erklärt Mayerhuber. Die Angebote erhalten die Interessenten dann von ihrer Betreuerin per Mail.

Buchungsniveau wie vor Corona

„Wir sind wieder etwa auf dem Niveau von 2019“, sagt Renate Moser vom Reisebüro Moser in Gerasdorf. Dies bezieht sich aber auf die Buchungen insgesamt, nicht unbedingt auf die Klientel. „Die, die es sich leisten können, die können wir auch bedienen“, sagt sie. Allerdings sei die Schere zwischen Familien und sehr gut verdienenden Personen größer geworden. Urlaube für Familien schwerer leistbar. Angesichts der Teuerung sei „ein Budget von 2.400 Euro all inclusive für eine vierköpfige Familie oft nicht leistbar“, so Moser. Wenn man sich nicht schon im Vorfeld informiert hat und am Preisniveau von 2017 steht, „gibt es dann oft keinen Abschluss“.

Sehr oft werden übrigens nicht zwei volle Wochen gebucht, sondern nur zehn Tage, weiß die Expertin. Neben Fernreisen wird von den Kunden nach den typischen Urlaubsländern gefragt: Spanien, Griechenland, Türkei und Ägypten. Bei den Selbstfahrern spannt sich der Bogen von Selbstversorger-Quartieren bis zu Top-Hotels. Wer mit günstigen Restplätzen spekuliert, könnte Pech haben, warnt Moser. Denn viele Anbieter kalkulieren so, dass möglichst alle Plätze zum vollen Tarif verkauft werden.

Der Branche geht es nach den Corona-Jahren von der Buchungslage her wieder gut, die Personalsituation ist jedoch angespannt. „Viele Mitarbeiter sind aus der Branche ausgestiegen“, sagt Moser. Neues Personal muss eingeschult werden, „wir fangen oft bei null an“, so die Expertin. Denn neben dem richtigen Verkaufen müssen vor allem die von Reiseveranstalter zu Reiseveranstalter unterschiedlichen Buchungssysteme gelernt werden.

Camping erlebt einen Boom

Sabina Wessely Zeltstadt
Sabina Wesely weiß genau, welche Ausrüstung Campingurlauber brauchen.
Foto: Markus Jung

„Durch Corona hat es einen Boom bei Campingurlauben gegeben, weil die Menschen autonomer sind“, sagt Sabina Wessely. Sie betreibt mit ihrem Mann in Langenzersdorf den Campingausrüster „Zeltstadt“. Entsprechend rechtzeitig muss daher der Platz gebucht werden.

Als großen Vorteil des Campingurlaubs sieht Wessely, „dass man anders als im Hotel nicht an bestimmte Zeiten bei den Mahlzeiten gebunden ist“. Wer mit Familie campen will, muss für die Basisausstattung einen vierstelligen Betrag kalkulieren, dafür hält die Ausrüstung auch mehrere Jahre. „Wichtig sind atmungsaktive Zeltstoffe und eine gute Lüftung“, so Wessely.

Die Ausstattung richtet sich danach, ob man das Zelt nur zum Schlafen nutzt oder darin wohnt und kocht. Entscheidend ist, dass man sich auch auf engem Raum wohlfühlen kann, „der Campingurlaub soll ja die schönste Zeit im Jahr sein“, erinnert Wessely.

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