„Verhüllung ist Zitat“. Ein silberner Käfig steht heuer im Zentrum der Festspiel-Inszenierung. Der Rennerplatz wurde mit Stoffbahnen verhüllt.

Von Michaela Höberth. Erstellt am 17. Juni 2014 (08:50)
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Das Bühnenbild von »Einer flog über das Kuckucksnest« zieht schon jetzt alle Blicke auf sich. Foto: Höberth
Festspielintendant Zeno Stanek hat mit „Einer flog über das Kuckucksnest“ ein wahres Kontrastprogramm zum Vorjahr gewählt. Das wird zu allererst am Bühnenbild erkennbar, das gut zwei Wochen vor der Premiere schon einen klaren Eindruck des Stoffs vermittelt.

„Ein Käfig hat viele Bedeutungen. Er kann die Insassen einsperren, aber auch vor Anderen ausstellen.“
Andreas Mathes

„Das Stück spielt in einer Nervenheilanstalt. Deshalb haben wir den Platz verhüllt. In der Mitte der Bühne steht ein Käfig“, beschreibt der Bisamberger Bühnenbauer Andreas Mathes, der schon im Vorjahr die Bühne gestaltet hat und seit Langem mit Stanek zusammenarbeitet.

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Gerade die Zeit, in der der Roman und das Stück verfasst wurden, war die Blütezeit der bildenden Objektkunst. „Die Verhüllung des Platzes ist ein Zitat des Künstlerehepaars Christo und Jeanne-Claude, die 1971 damit begannen, den Reichstag zu verhüllen“, weiß Mathes.

Die weißen Stoffbahnen am Festspielplatz sind nichts anderes als Fassadenwerbematerial, das kostenlos aufgetrieben werden konnte. „Dadurch erinnert der Platz an eine Gummizelle.“

Bei Sommernachtskonzerten Öffnung des vorderen Käfig-Teils

Auch heuer wird wieder der ganze Platz bespielt, der Kirchenplatz und die Stiegen werden in das Geschehen mit einbezogen. Im Zentrum steht jedoch ein großer silberner Käfig, der von den Gemeindeschlossern gefertigt wurde. „Ein Käfig hat viele Bedeutungen. Er kann einsperren, aber auch ausstellen. Im Stück ist er zugleich Gemeinschaftsraum und Hof“, verrät Mathes.

Dabei wurde auf Details wie kleine Aschenbecher nicht vergessen. „Damals war das Rauchen gang und gäbe. Es soll ja authentisch wirken“, schildert Mathes.

Bei den Sommernachtskonzerten wird der vordere Teil des Käfigs aufgemacht. Für das Z2000 wurde ein eigener Käfig gebaut. „Verhüllt wird dort aber nichts“, erzählt Mathes. Doch nicht nur das auffällige Bühnenbild, auch der frisch gestrichene Regieturm sticht dem Besucher sofort ins Auge. Die Gemeindemitarbeiter haben ihn in den Farben der Festspiele - weiß und grün - gestrichen. Ansonsten wird das Foyer heuer jedoch neutral gehalten.