Korneuburger Stadtrat: „Für Radweg gibt es fixe Normen“. Fehlende Markierung, Lkw-Verkehr und zu viele Hinweistafeln sorgen für Kritik. VP-Baustadtrat kontert: „Projekt noch nicht fertig!“.

Von Bernhard Preineder und Veronika Löwenstein. Erstellt am 20. Juli 2019 (03:37)
Löwenstein, privat
Mobilitätsstadträtin Elisabeth Kerschbaum betont, dass der Radweg ohne Markierungen genau genommen noch gar kein Radweg ist.

Der neue Teil des Radwegs zwischen Langenzersdorf und Korneuburg auf Höhe der Kläranlage steht kurz vor der Fertigstellung. Es fehlen noch kleinere Abschnitte und die Markierungen. NÖN-Leserin Sabine Sykora aus Korneuburg ortet schon jetzt Probleme und fragt sich: „Was haben sich die Planer dabei eigentlich gedacht?“

Grund ihres Ärgers: Die Straße wird von zahlreichen Lkw als Zu- und Abfahrt zum Öllager genutzt, bei Gegenverkehr werde es aber mehr als eng, fürchtet sie. Ein Lenker muss in das Schotterbankett ausweichen und verunreinigt dann die Straße. Und noch etwas stößt ihr sauer auf: Statt dass die Radfahrer den sehr breiten, aber nicht mit Markierungen oder Tafeln versehenen Radweg benutzen, weichen sie lieber auf die Straße aus.

NOEN

„Das ist jetzt auch regelkonform“, nimmt Mobilitätsstadträtin Elisabeth Kerschbaum beim Lokalaugenschein die Radfahrer in Schutz, „ohne Markierungen ist es derzeit noch ein Gehsteig.“ Sie sieht auch kein Problem mit den Lkw: „Wir haben dort nicht so eine Frequenz. Es muss halt ein Lkw warten.“

VP-Stadtrat: Projekt sei noch nicht beendet

Sykora wundert sich auch über den Schilderwald im Bereich des Bahnübergangs. „Eine Kennzeichnung pro Seite würde völlig ausreichen.
Außerdem ragen zwei dieser Verkehrszeichen sehr knapp in die Fahrbahn, sodass bei einem Ausweichmanöver jedenfalls
die Fahrzeuge beschädigt werden.“

„Das ganze Projekt ist ja noch gar nicht fertiggestellt“, wehrt sich VP-Baustadtrat Hubert Holzer gegen die Vorwürfe. Nicht nur die Markierungen seien noch ausständig, neben die Fahrbahnen sollen auch noch Findlinge gesetzt werden, damit hier keine Lkw mehr parken können.

Für ihn zählt dieses Projekt zu den gelungensten überhaupt. „Der Radweg wurde mit der Bezirkshauptmannschaft bauverhandelt. Da gibt es feste Normen, an die wir uns halten müssen. Wir können ja nicht einfach so nach Lust und Laune bauen, wie wir wollen“, reagiert Holzer auf die Kritik über die Beschilderung.