Kampf gegen Bakterien in Obermallebarn. In Obermallebarn wurden Enterokokken im Trinkwasser gefunden. Die Reinigung läuft.

Von Karin Schuhböck und Michaela Höberth. Erstellt am 18. August 2020 (15:10)
Bald wird das Leitungswasserwieder trinkbar sein. Die Gemeinde informiert, sobald es so weit ist.
Shutterstock/Chuchawan

Es ist ein Infoschreiben der Gemeinde, auf das die Bewohner sehnsüchtig warten: Seit 7. August steht fest, dass das Trinkwasser in der Katastralgemeinde verunreinigt ist. Bei der jährlichen Untersuchung der Trinkwasserqualität wurde in der öffentlichen Wasserleitung ein Befall von Enterokokken festgestellt. Dadurch ist die Verwendung des Wassers nur dann möglich, wenn es mindestens drei Minuten abgekocht wird.

Enterokokken sind Bakterien, die einen Teil der normalen Dickdarmflora des Menschen und zahlreicher Säugetiere sowie von Vögeln bilden. Bei Verschleppung aus dem Darmbereich kann es zu Harnwegsinfektionen, Bauchfellentzündungen oder, wenn auch nur selten, zur Herzklappenentzündung kommen.

Der Nachweis von Enterokokken zeigt mit hoher Wahrscheinlichkeit eine fäkale Verunreinigung an, daher besteht auch die Möglichkeit, dass das Wasser mit Mikroorganismen (Bakterien, Viren, Parasiten) verunreinigt ist.

Die Trinkwasserverordnung sieht vor, dass bestimmte Bakterienarten im Leitungswasser bei Überprüfungen nicht nachweisbar sein dürfen. Dazu gehören auch Enterokokken. Sobald die Gemeinde die Information der AGES (Österreichische Agentur für Ernährungssicherheit) erhielt, setzte sie alle Hebel in Bewegung: „Jeder Haushalt wurde über die Situation mit einem Infoblatt der Gemeinde verständigt. Weiters wurden noch am gleichen Tag von den Gemeindemitarbeitern die beiden Kammern des Wasserbehälters und die Rohrleitungen gespült“, schildert ÖVP-Bürgermeister Gottfried Muck auf NÖN-Anfrage. Eine Firma wurde damit beauftragt, eine der beiden Kammern des Behälters zusätzlich zu desinfizieren.

„Dies muss noch bis 18. August weiter durchgeführt werden, dann wird die erste Kammer von der Desinfektionslösung gereinigt und mit Leitungswasser gefüllt und für die Versorgung in Obermallebarn in Betrieb genommen“, erklärt der Ortschef. Die zweite Kammer werde an diesem Tag dann ebenfalls für eine Woche desinfiziert.

Nach den insgesamt 14 Tage andauernden Desinfektionsmaßnahmen werden die Leitungen wieder gespült und in den folgenden Tagen bzw. Wochen wird das Wasser mit Chlor desinfiziert. „Mit Chlor versetztes Trinkwasser weist in der Regel einen Chlorgehalt zwischen 0,1 und 0,2 Milligramm pro Liter auf. Bei dieser geringen Dosierung gilt Chlor zwar als geschmacklich unangenehm, für die Gesundheit entstehen dadurch aber in der Regel keine Probleme“, beruhigt Muck. Die Gemeinde informiert, sobald das Wasser wieder getrunken werden kann.

Um auf Nummer sicher zu gehen, werden von der AGES erneut Proben genommen. Sollten diese in Ordnung sein, wird die Chlorierung abgesetzt.